Caritas startet Präventionsprojekt für Schüler

Bild eines Beratungsgesprächs bei startklar

Umgang mit Geld lernen und Schulden vermeiden

Unter dem Namen „Startklar!“ bietet der Caritasverband Baden-Baden ein neues Angebot zum Thema Verschuldung. Das Projekt richtet sich gezielt an junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren.

Dabei geht es darum, Überschuldung durch Aufklärung zu verhindern. „Wir erhalten täglich Anrufe im gesamten Verband zum Thema Überschuldung. Der Bedarf ist sowohl intern bei bestehenden Klientinnen und Klienten als auch extern enorm“, sagt Vanessa Ruppert, die Leitung des Fachbereichs Offene Dienste, bei dem das neue Angebot verortet ist.

Unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration aus Landesmitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen, hat.

Präventionsangebote der Caritas

Das neue Präventionsangebot des Caritasverbands Baden-Baden richtet sich an Berufsschulen und weiterführenden Schulen. In Schulklassen soll bei Planspielen gemeinsam interaktiv erarbeitet werden, wie ein verantwortungsvoller und lebensweltorientierter Umgang mit Geld zu finden ist. Ziel sei nicht, eine Lösung zu präsentieren, sondern gemeinsam eine zu finden. „Das Angebot Startklar wird von zwei Fachkräften umgesetzt: Katharina Tauchmann und Maximilian Eberlein“, sagt Vanessa Ruppert. Nach jedem Klassenbesuch bieten diese die Möglichkeit einer offenen Sprechstunde.

Des Weiteren plant der Caritasverband ein Gruppenangebot für Fachkräfte, um diese ebenfalls für das Thema zu sensibilisieren.

Gründe für die Verschuldung

„Zu Überschuldung kann es kommen, wenn viele kleine Forderungen bei verschiedenen Institutionen vorliegen. Die Gefahr ist, den Überblick zu verlieren und die Forderungen nicht mehr begleichen zu können“, sagt die Fachbereichsleitung.

Laut Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamtes waren 12,8 % der ratsuchenden Personen in Schuldnerberatungsstellen aus Baden-Württemberg unter 30 Jahre alt. Der Gesellschaftsreport Baden-Württemberg 2025 bringt das Thema mit dem Ablösungsprozess junger Menschen von den Eltern in Verbindung. In dieser Lebensphase kommen finanzielle Verpflichtungen und Konsumausgaben auf die jungen Menschen zu, die meist nur ein geringes Einkommen und wenig finanzielle Ressourcen hätten. Auch Konsumdruck wird genannt – keiner möchte sozial abgehängt werden und zum Beispiel Influencer lösen Begehrlichkeiten aus. Arbeitsplatzverlust, Ausbildungswechsel, Erkrankungen, Sucht oder Unfälle sind weitere Ursachen, die junge Menschen in schwierige finanzielle Situationen bringen können.

Hinzu kommt: Die Tragweite der anfangs oftmals „harmlosen“ Verschuldung werde häufig nicht richtig eingeschätzt, heißt es im Gesellschaftsreport weiter. Hier will der Caritasverband Baden-Baden mit seinem Projekt ansetzen. „Ziel ist, durch Präventionsarbeit und niederschwellige Zugänge ökonomisches Grundverständnis zu vermitteln. Damit sollen die jungen Menschen gerüstet sein für die finanziellen Entscheidungen in ihrem Leben. Sie sollen also erst gar nicht in die Schuldenspirale geraten“, so Vanessa Ruppert.

Text: Birgit Fritz – Caritasverband Baden-Baden e.V.
Foto: Vanessa Ruppert – Caritasverband Baden-Baden e.V.