Caritasverband Baden-Baden unterstützt, wenn eine Stromabschaltung droht
BNN-online berichtete im August, dass in Baden-Baden 30 bis 60 Stromsperren im Monat erfolgen und die Stadtwerke Baden-Baden 800 bis 1.100 Mahnungen pro Monat verschicke. Genannt wurde der Fall einer Frau, die durch Trauer und Depression keine Kraft mehr hatte, ihre Post zu öffnen.
Beim Fachbereich Offene Dienste sowie bei der sozialen Schuldnerberatung des Caritasverbands Baden-Baden, suchen Menschen in solchen Situationen verzweifelt Rat. Überforderung, Ängste und psychische Erkrankungen seien in den meisten Fällen mit im Spiel, wenn Geldforderungen unbeantwortet bleiben, sagt Maximilian Eberlein von der sozialen Schuldnerberatung. Manche kämen auch erst, wenn der Strom bereits abgestellt sei, so Eberlein weiter. Neben Strom gehe es auch um unbezahlte Öl- oder Gasrechnungen beziehungsweise hohe Nebenkosten.
Schnelle Hilfe in akuten Lagen
Der Caritasverband Baden-Baden kann in solchen Fällen auf einen Energiearmutsnotfonds der Erzdiözese Freiburg zurückgreifen, der durch Kirchensteuer-Zusatzeinnahmen aus der Energiepreispauschale von 2022 entstanden ist und aus dem unbürokratische Energiebeihilfen ausgezahlt werden. Betroffene können auf Antrag Energieschulden in Höhe von 300 bis 1.500 Euro pro Haushalt und Kalenderjahr erstattet bekommen. Der aus Kirchensteuermitteln gespeiste Energienotfonds soll neue Armut durch die Energiekrise verhindern und richtet sich an Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen. Für den Bereich der Heizung muss ein behördlicher Ablehnungsbescheid vorliegen, damit ein Antrag gestellt werden kann.
„Es wird dort geholfen, wo staatliche Leistungen nicht ausreichen oder es aufgrund zeitlicher Fristen nötig erscheint, eine akute Notsituation abzuwenden, also dass der Strom abgestellt würde“, sagt Vanessa Ruppert, Leitung des Fachbereichs Offene Dienste. „Nachdem der Antrag samt Rechnung über die Energiekosten bei uns eingegangen und bewilligt wurde, wird der Betrag innerhalb weniger Tage ausbezahlt.“ Das Geld geht direkt an den Energieversorger oder an den Vermieter oder die Vermieterin.
Um eine Stromsperre oder andere finanzielle Notlagen möglichst zu vermeiden, empfiehlt der Caritasverband, frühzeitig Kontakt mit der Sozialen Schuldnerberatung oder dem Caritassozialdienst aufzunehmen. Dort werden individuelle Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Denn wichtig ist zu betonen, dass der Energienotfond keine dauerhafte oder wiederholte Unterstützung bietet, da es sich um eine einmalige Auszahlung der Erzdiözese Freiburg handelt.
Weitere Informationen
Weitere Informationen und das Antragsformular für den Energienotfond gibt es beim Fachbereich Offene Dienste, Telefon 07221 92394-10 oder bei der sozialen Schuldnerberatungsstelle des Caritasverbands, bei der man online Termine einsehen und buchen kann: [Zur Online Termin Buchung]
Text: Birgit Fritz – Caritasverband Baden-Baden e.V.

