Caritas-Wohnungsnotfallhilfe und die Stadt Baden-Baden bitten um Achtsamkeit
Der Caritasverband Baden-Baden und die Stadt Baden-Baden machen derzeit auf ihre gemeinsame Kälteschutzaktion für wohnungslose Menschen aufmerksam. Ziel ist es, Menschen, die ohne Unterkunft in der kalten Jahreszeit draußen leben, vor Kälte zu schützen und eine Notunterkunft anzubieten.
Um auf diese Kälteschutzaktion aufmerksam zu machen, sind bis Montag, 2. November, Schlafsäcke am Blumenbrunnen und auf der Reinhard-Fieser-Brücke ausgelegt. Sie sind so drapiert, als könne sich tatsächlich jemand in ihnen verbergen, und sollen die Situation der wohnungslosen Menschen symbolisieren.
Felix Zimmer hat solche Situationen selbst erlebt, als er mehrere Monate auf der Straße lebte. „Es war kalt. Anstrengend. Ziemlich zermürbend“, erzählt der heute 33-Jährige über seine Zeit im Winter. Seine Depression sei damals wieder stärker geworden. Fünf Tage habe er dann den Kälteschutz des Caritasverbands Baden-Baden in Anspruch genommen.
Was die Wohnungsnotfallhilfe der Caritas bietet
Menschen, die von Kälte bedroht sind, erhalten bei der Wohnungsnotfallhilfe in Baden-Oos warme Schlafplätze für die Nacht, Duschmöglichkeiten, Essen, Möglichkeiten zum Wäschewaschen und weitere Unterstützung und Beratung. Auch die Stadt bietet in der städtischen Unterkunft Notfallplätze an. „Unsere Notunterkünfte bieten nicht nur Schutz vor Kälte, sondern ermöglichen uns gemeinsam mit der Caritas und weiteren sozialen Einrichtungen, Menschen in schwierigen Lebenssituationen auch darüber hinaus zu unterstützen.“, ordnet Tim Gehri, stellvertretender Leiter des Sozialbereichs beim Sozial- und Jugendamt, ein.
Reaktionen auf die Schlafsackaktion
Die Schlafsack-Aktion hat bereits Wirkung gezeigt. „Im vergangenen Jahr, als wir die Schlafsäcke ebenfalls ausgerollt hatten, habe ich einen Anruf bekommen, dass dort jemand liege“, erzählt Christian Frisch, Leiter der Wohnungsnotfallhilfe des Caritasverbands Baden-Baden. „Das hat mich richtig gefreut, denn das ist Sinn der Aktion. Wir wollen aufmerksam machen und für das Thema sensibilisieren.“ Niemand solle in Baden-Baden erfrieren müssen oder Angst haben, überfallen zu werden. „Und meines Wissens ist in Baden-Baden zum Glück noch niemand erfroren“, sagt Frisch.
Ein Anruf kann Leben retten
Der Caritasverband Baden-Baden und die Stadtverwaltung bitten darum, im Bedarfsfall Hilfe zu verständigen. „Ein Anruf bei uns, beim Rettungsdienst oder der Polizei kann dafür sorgen, dass eine wohnungslose Person für die Nacht zu einer sicheren Stelle gebracht wird“, sagt Christian Frisch. Reagiert eine Person auf Ansprache nicht, sollte unbedingt der Rettungsdienst alarmiert werden.
Während Tim Gehri und Christian Frisch beim Blumebrunnen über die Aktion sprechen, tritt eine Passantin hinzu. „Wo kann man Decken und Schlafsäcke hinbringen, wenn man welche hat?“, fragt sie. Dankbar nimmt sie den Hinweis auf die Abgabemöglichkeit bei der Wohnungsnotfallhilfe in Baden-Oos entgegen.
Was tun, wenn Sie einem wohnungslosen Menschen akut helfen möchten?
- In Notfällen: 112 Rettungsdienst oder 110 Polizei anrufen.
- Bei Bedarf an einer Notunterkunft: Stadtverwaltung, Dienststelle Gewerbepark Cité 1, Telefon 07221 93 14796 oder 07221 93 1436 (während der Bürozeiten) oder Caritasheim für Wohnungslose, Ooser Bahnhofstraße 2a, Telefon 07221 183400 (24/7).
- Unterstützung und Beratung: Beratungsstelle der Caritas, Mobil 0151 14101411.
Text und Foto: Birgit Fritz – Caritasverband Baden-Baden e.V.
Foto: v.l.n.r.: Christian Frisch, Caritas-Fachbereichsleiter Wohnungsnotfallhilfe, Felix Zimmer und Mirko Grundmann, Bewohner der Wohnungsnotfallhilfe, sowie Tim Gehri vom Sozial- und Jugendamt der Stadt Baden-Baden.

