Veranstaltung am 25. März im Caritaszentrum Cäcilienberg
Was genau ist eine Psychose? Es gibt nicht die eine Psychose, sondern verschiedene Formen und Krankheitsbilder. Betroffene nehmen die Realität verändert wahr oder verarbeiten sie anders. Der Leidensdruck ist hoch. Wahnvorstellungen und Halluzinationen sind mögliche Ausprägungen. „Weltweit erkranken circa 3 bis 4 Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens an einer Psychose“, schreibt das Informationsportal „Neurologen und Psychiater im Netz“, zu deren Herausgebern Berufsverbände für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie zählen.
Psychosen als ernsthafte seelische Erkrankungen sind für Außenstehende schwer zu verstehen und lösen deshalb oft Berührungsängste aus. Betroffene wiederum neigen scham- oder symptombedingt dazu, sich zu isolieren. Geredet wird – aber meist über die Betroffenen, nicht mit ihnen. Eine echte Verständigung scheint zu schwierig zu sein.
Sich der Erkrankung annähern
Am Mittwoch, 25. März, laden der Caritasverband Baden-Baden, Fachbereich Offene Dienste, in Kooperation mit der Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) der MEDIAN Klinik Gunzenbachhof von 16:30 Uhr bis ca. 19 Uhr zu einer besonderen Veranstaltung ins Caritaszentrum Cäcilienberg ein: „Wir wollen einen verstehenden Zugang ermöglichen“, informiert Kerstin Wolf. Sie ist Diplom-Sozialpädagogin und Ansprechperson für Betroffene beim Sozialpsychiatrischen Dienst im Caritaszentrum Cäcilienberg.
Einerseits wird es Fachinformationen zum Störungsbild „Psychosen“ geben, andererseits sollen verschiedene Medien und der Austausch mit psychoseerfahrenen Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften aus dem Arbeitsfeld Psychiatrie zur Sensibilisierung für das Thema und zu einem vertiefenden Verständnis beitragen. Durch ein Video soll sogar eine Psychose-Erfahrung simuliert werden. Muss man dabei Angst haben? „Nein. Es ist eine gute Möglichkeit, sich versuchsweise in das Erleben von Betroffenen einzufühlen und wir besprechen bei der Veranstaltung alles nach“, sagt Kerstin Wolf.
Anmeldungen
Interessierte werden gebeten sich bis zum 23.03.26 für die Veranstaltung anzumelden.
Möglich ist die Anmeldung telefonisch unter 07221 92394-51 oder per E-Mail an wolf@caritas-baden-baden.de. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Jahreskampagne „Jahr der seelischen Gesundheit“ statt, welche von verschiedenen Akteuren aus Baden-Baden und dem Landkreis Rastatt mit Leben gefüllt wird. Weitere Informationen und Veranstaltungen sind auf der Homepage www.jahr-der-seelischen-gesundheit.de einsehbar.
Was können Betroffene in Baden-Baden tun?
Hilfestellung bei seelischen Problemen und psychotischen Erkrankungen können Beratungen des Fachbereichs Offene Dienste im Caritaszentrum Cäcilienberg bieten. Neben dem Sozialpsychiatrischen und dem Gerontopsychiatrischen Beratungsdienst, bietet der Fachbereich Offene Dienste Soziotherapie, eine Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie Maßnahmen der Eingliederungshilfe in Form von Assistenzleistungen im Wohnen und Sozialraum an. In akuten Fällen hilft die MEDIAN Klinik Gunzenbachhof (Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie) mit der angeschlossenen Psychiatrischen Institutsambulanz (PIA).
Ziel der Arbeit ist die Befähigung von Menschen mit psychischer Erkrankung zu einem selbstbe-stimmten Leben.
Weitere Informationen unter caritas-baden-baden.de/psychische-gesundheit/
Text: Birgit Fritz – Caritasverband Baden-Baden e.V.
Foto: Oliver Hurst
