Zahlreiche Besucher bei „Pizza trifft Politik“ in Baden-Baden
Die Landtagswahlen Baden-Württemberg rücken immer näher – am 8. März ist es so weit. Um mit politischen Vertretern aus der Region in entspannter Atmosphäre in Austausch gehen zu können, hat der Caritasverband Baden-Baden in Kooperation mit der Kolpingsfamilie Baden-Oos zur Informationsveranstaltung „Pizza trifft Politik“ in den Gemeindesaal der evangelischen Friedensgemeinde eingeladen. Dabei hatten die rund 60 Besucherinnen und Besucher viele Fragen.
Auf die Begrüßung durch den Caritas-Vorstandsvorsitzenden Thorsten Schmieder folgte ein Appell von Sigisbert Raithel als Vertreter der Kolpingsfamilie Baden-Oos und Ehrenvorsitzender des Caritasverbands Baden-Baden: „Geht wählen!“

Speed-Dating mit regionalen Politikern
Die Veranstaltung ähnelte einem Speed-Dating: Die politischen Vertreterinnen und Vertreter gingen von Tisch zu Tisch, um in 15-minütigen Gesprächen bei Pizza und Getränken den Menschen Rede und Antwort zu stehen. Das Ertönen einer Glocke signalisierte den Wechsel, also den nächsten der fünf Tische aufzusuchen und mit der Runde zu sprechen.
Kandidaten aus dem Wahlkreis
Aus den politischen Reihen nahmen Landtagskandidat Emile Yadjo-Scheuerer aus Ottersweier von der SPD sowie Beate Schneider in Vertretung für den verhinderten Baden-Badener Landtagskandidaten Lothar Tatzik von Die Linke Baden-Baden/Rastatt teil. Als Vertretung von Cornelia von Loga war Zweitkandidat Volker Blum aus Bühlertal von der CDU dabei. Als Vertretung für den verhinderten Joachim Heck kam Zweitkandidatin Sina Knopf aus Bühl von Die Grünen in das Forum. Sie alle sind aus dem Landtagswahlkreis 33, der den Stadtkreis Baden-Baden, die Gemeinden Bühl, Bühlertal, Hügelsheim, Lichtental, Ottersweier, Rheinmünster sowie Sinzheim umfasst.
Es ging auch mal hitzig zu
Selbstkritisch der eigenen Partei gegenüber zeigte sich SPD-Kandidat Emile Yadjo-Scheuerer. Er wollte mehr Kontakt zu den Menschen. Es gehe um die Werte der Sozialdemokratie und dass er deshalb in der SPD sei. Er betonte die Wichtigkeit der Bildung. „Wir in Baden-Württemberg waren schon immer ein Land der Käpsele“, meinte er und bezog sich auf viele kluge Köpfe im Land. „Die Kita ist die erste Bildungseinrichtung“, sagte er weiter. Über Schulden oder von den Rücklagen, die das Land habe, müsste deshalb mehr in Kitas investiert werden. An einem Tisch brandeten immer wieder bundespolitische Themen auf. Von Habecks Heizungsgesetz, denen sich die Grünen-Vertreterin konfrontiert sah, bis zur bundesweit viel diskutierten Aussage des Bundeskanzlers Merz über das „Stadtbild“, auf das CDU-Vertreter Volker Blum angesprochen wurde. Landespoltische Themen hatten in manchen Runden kaum Platz.
Am nächsten Tisch ging es zurückhaltender zu und Sozialpolitik stand im Fokus. „Wir haben über Landes-, aber auch Kommunalpolitik gesprochen“, gab ein Besucher am folgenden Tisch Auskunft. Themen waren der Bildungsbereich, Sozialpolitik, aber auch Bio-Landwirtschaft. „Es war sehr interessant.“
Gleich mehrere Parteien auf einen Streich zu haben, sah ein weiterer Besucher als Vorteil des Abends. „Man hat hier die verschiedenen Parteien vertreten und muss nicht schauen, wo man sonst die Wahlkampfstände der verschiedenen Parteien findet, um Fragen zu stellen.“
„Von manchen Kandidaten war ich überrascht – positiv wie negativ“, sagte eine Besucherin am Ende des Abends. Sie beurteilte das Format gut. „Weil man die Leute direkt ansprechen kann.“ Und das tat sie dann erneut und ging nochmals ins Gespräch mit einem der politischen Vertreter.
Positive Resonanz aus der Politik
„Ich komme gerne direkt in Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern, um ins Gespräch zu kommen und Themen aufzunehmen“, resümierte Volker Blum von der CDU. Auch Beate Schneider von Die Linke hat die Veranstaltung Spaß gemacht, obwohl sie teilweise Kritik in den Gesprächsrunden erfuhr. „Dem muss man standhalten“, sagte sie. „Wir sind eine soziale Partei.“
Sina Knopf von Die Grünen zeigte sich erfreut: „Es war ein richtig toller Austausch und bereichernd. Es war inhaltlich stark und ich habe viele informierte Menschen getroffen.“ Sie nennt auch als positiv, in diesem Format mit wohnungslosen Menschen, die zu „Pizza trifft Politik“ gekommen waren, gesprochen zu haben. „Mit diesem Bereich hatte ich zuvor noch keinen Kontakt.“ Mit einem Lachen und zufriedenen Eindruck verabschiedete sich ebenso SPD-Kandidat Emile Yadjo-Scheuerer. Ihm hat es sichtlich gefallen, in den diversen Tischrunden seine Anliegen vorzustellen.
Text und Foto: Birgit Fritz – Caritasverband Baden-Baden e.V.
