„Weit weg ist näher als du denkst“ … lautet das Jahresthema der Caritas. Es geht hier um globale Zusammenhänge, auf die wir durch unsere Entscheidungen Einfluss haben. Wir beeinflussen mit unserem Handeln das Leben von vielen Menschen in weiter Ferne. Von Menschen, die wir nicht kennen und mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals sehen werden.

Was aber wäre, wenn all diese Menschen nun aus ihren Heimatländern fliehen müssten, weil dort die Lebensbedingungen ein lebenswertes Leben unmöglich machen. Sich eine Zuflucht und neue Heimat suchen würden. Wenn Sie plötzlich vor unserer Haustür stehen würden. Dann wären sie plötzlich „ … näher als du denkst“.

Aktuell leben in Baden-Baden zahlreiche Asylbewerber aus afrikanischen Ländern wie Gambia, Somalia, Kamerun, …. Aber auch Flüchtlinge aus den Balkanstaaten sind in die Stadt angekommen. Aufgrund der zunehmenden Anzahl der Menschen, die in Deutschland Zuflucht suchen, reichen die bisherigen Unterkünfte nicht mehr aus. Auch in Baden-Baden wird trotz mangelnden Platzverhältnissen versucht, den zahlreichen Flüchtlingen ein menschenwürdiges Zuhause zu geben. So sind viele der Asylbewerber auch in Wohnungen im gesamten Stadtgebiet untergekommen – so zum Beispiel auch in der Briegelackerstraße.

Also direkt vor unserer Tür, genauer gesagt vor der Tür des Stadtteilzentrum Briegelacker.

Sie „klopfen“ auch an. Doch Sie wollen kein Geld. Sie wollen, um sich verständigen zu können, die deutsche Sprache lernen. Sie wollen eine Beschäftigung. Sie wollen warme Kleidung. Sich wollen sich einbringen und bemühen, damit Sie hier bleiben dürfen. Sie wollen „ankommen“.

So bieten wir im Stadtteilzentrum nun einen ehrenamtlich geleiteten Sprachkurs speziell für Asylbewerber an. Die Kinder der Flüchtlinge besuchen unseren Kindergarten. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommen regelmäßig in den Jugendtreff. Wir beraten die Erwachsenen und vermitteln, bei Fragen und Nöten. Wir lassen sie „ankommen“.

Und Sie? Vielleicht können auch Sie einen Beitrag leisten. Die Anzahl der Asylbewerber wird in den nächsten Monaten weiter steigen. So wird es immer wichtiger, dass sich möglichst viele mit einbringen und ihren Teil dazu beitragen, damit die Flüchtlinge auch „ankommen“ können.

Wir sind mittendrin und werden das auch bleiben.

Bleiben auch Sie „nah dran“!

Ihr
Frank Herzberger
Fachbereichsleiter und
Leiter des Stadtteilzentrums