Ende Mai gibt es ein besonderes Wochenende, nicht nur, weil es durch einen zusätzlichen Feiertag, den Pfingstmontag, länger als gewohnt ist, es bedeutet auch für viele
„Pfingstferien“, die – in der Vorsaison gelegen – verständlicherweise von jungen Familien und Erholungssuchenden gerne zum Urlaub machen genutzt werden. Was feiern wir an Pfingsten? An Pfingsten waren die Jünger zusammen mit Maria im Abendmahlssaal auf dem Zionsberg in Jerusalem versammelt, als der Heilige Geist, der Paraklet, der Beistand, den Jesus seinen Jüngern versprochen hatte, auf sie alle herabkam. Er hat die Jünger/innen erfüllt und zu neuen, mutigen Menschen gemacht.

Für mich persönlich bedeutet das Pfingstfest auch die Erinnerung an meine Priesterweihe vor 26 Jahren, die ich zusammen mit 24 weiteren Diakonen 1983 im Freiburger Münster U. L. Frau aus der Hand des im Januar 2008 verstorbenen Erzbischofs Oskar Saier empfangen durfte. In diesem Jahr wird es an Pfingsten in meiner Heimatgemeinde St. Vitus in Bad Schönborn – Langenbrücken nach 26 Jahren wieder eine Primiz geben, die von Pater Sebastian (früher Jörg) Haas-Sigel, der am 16. Mai in der Erzabtei St. Martin zu Beuron von unserem jetzigen Erzbischof Dr. Robert Zollitsch zum Priester geweiht wurde. Für mich ist deshalb in diesem Jahr Pfingsten ein besonderer Tag des Dankes, weil 26 Jahre nach meiner Priesterweihe und Primiz es in meiner Heimat wiederum einen Primizianten gibt, wenn auch kein Diözesanpriester, sondern ein Benediktinermönch.

Da mein im August 2008 verstorbener Onkel Laurentius Hoheisel OSB Abtpräses der Beuroner Kongregation war, habe ich natürlich auch besondere Verbindungen zu den Benediktinern, zumal ich in Jerusalem ein Jahr lang 1978/79 bei Benediktinern auf dem Zionsberg (direkt neben dem Abendmahlssaal) studieren durfte.

Noch ein weiterer mir wichtiger Hinweis zu Pfingsten:
Mit dem Pfingstfest verbinden wir hier in Baden-Baden eine gute ökumenische Tradition. Am Pfingstmontag treffen wir uns schon seit Jahren zu einem Ökumenischen Gottesdienst bei gutem Wetter in der Lichtentaler Allee (Nähe Burda-Museum) mit ihren grünen Bäumen, die – nach dem französischen Erzähler Gustave Flaubert (1821-1880) – „die schönsten Bäume sind, die es auf der Welt gibt“; bei schlechtem Wetter findet der Gottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche statt.

Unter dem Thema “Gottes Geist eint“ treffen sich an diesem Pfingstmontag die Baden-Badener Christen – auch Gäste aus Nah und Fern – zum schon zur Tradition gewordenen Ökumenischen Gottesdienst. Die 30 Christlichen Gemeinden in der Stadt Baden-Baden, die in der ACG, der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Gemeinden, zusammengeschlossen sind, richten diesen Gottesdienst gemeinsam aus.

Doch bitten wir jetzt an diesem Pfingstfest wieder neu um die Gabe und das
Geschenk des Heiligen Geistes, dass er uns ergreift und die Lebendigkeit
verleiht, die Welt und die Mitmenschen mit seinen Augen zu sehen und
Freude und tatkräftige Hilfe zu schenken: Gottes Geist verhelfe zu einer
guten „Caritas“. Gottes Geist wünsche ich unserem Caritasverband hier vor
Ort und allen, die sich, wo auch immer, füreinander einsetzen.

Klaus Fietz
(Ehem. Pfarrer an St. Bonifatius, Lichtental und Hl. Geist, Geroldsau; Leiter der Seelsorgeeinheit Baden-Baden-Lichtental, 1. Vorsitzender der ACG in Baden-Baden und des Caritasverbandes für die Stadt Baden-Baden e.V.)