„Integration ist eine Schnecke“ lautete die Schlagzeile eines Zeit-Online Artikels aus dem Jahr 2009. Kurz zuvor erschien die Integrationsstudie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung mit einer negativen Bestandsaufnahme der Eingliederung unterschiedlicher Migrantengruppen in die deutsche Gesellschaft – trotz vieler bereits geleisteter Integrationsbemühungen und Eingliederungshilfen. In der kurzen Zeit nach Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes lasse sich nicht nachholen, was in vier Jahrzehnten versäumt wurde lautete die nüchterne Bilanz des Autors.

Sicherlich ist bei der Integration von Migranten auch heute noch vieles zu tun. Dass Integration sich aber auch erfolgreich entwickeln kann, erlebe ich in meiner täglichen Arbeit beim Caritasverband Baden-Baden.

Zahlreiche Ehrenamtliche engagieren sich in unseren Einrichtungen Brücke 99 und Stadtteilzentrum Briegelacker.
Dreißig Menschen mit Migrationshintergrund haben sich in Baden-Baden zu Elternmentoren ausbilden lassen, um die Integration in Kindergarten, Schule, Gesellschaft zu fördern. Migrantenselbstorganisationen und –initiativen bringen sich mit vielen Aktionen und Veranstaltungen ein. Eine große Zahl an lokalen Projekten ist entstanden, die von kompetenten Mitarbeitern und engagierten Menschen umgesetzt werden.
Die Integrationsangebote werden hervorragend angenommen. Private Förderer finden das gut und unterstützen die Arbeit. Das alles wirkt sich positiv aus. Brücken zwischen Einheimischen und zugewanderten Menschen wurden gebaut, Netzwerke haben sich entwickelt, Kinder und Jugendliche besuchen weiterführende Schulen und beginnen ein Studium u.v.m.

Das macht Mut.

Integration ist ein Prozess von Generationen. Dabei müssen die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen positiv gestaltet werden. Die Schnecke hat Fahrt aufgenommen! Integration beginnt vor Ort – überzeugen Sie sich beispielsweise bei den Veranstaltungen zur Interkulturellen Woche vom 22.9. – 03.10.2012 in Baden-Baden.

Bleiben Sie gut integriert!

Ihr Clemens Litterst
Ehem. Fachbereichsleiter Kind, Jugend, Familie