Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage,
Liebe Freundinnen und Freunde des Caritasverbandes,

es ist noch gar nicht so lange her und doch schon wieder so weit weg. Ich hoffe, Sie haben 2018 gut begonnen und konnten auch noch etwas von der weihnachtlichen Botschaft in das neue Jahr mitnehmen.

Vor dem großen Ereignis, das wir an Weihnachten feiern, die Geburt Christi, wird von der Herbergssuche erzählt. Die Familie Jesu war also ohne Obdach und musste in einer armseligen Notunterkunft, einem Stall, Schutz suchen. Ein sehr aktuelles Schicksal, das heute viele Menschen auf der Welt und auch in unserem reichen Land teilen.

Die Caritas in Deutschland stellt das Jahr 2018 unter das Motto „Jeder Mensch braucht ein Zuhause“ und macht damit auf den Mangel an Wohnraum in vielen deutschen Städten ebenso aufmerksam wie auf die Situation von Menschen, die in prekären Wohnsituationen oder gar ohne Wohnung leben müssen. Selbst für Menschen mit mittleren Einkommen bedeuten hohe Wohnkosten heute ein erhebliches Armutsrisiko.

So betont Caritas-Präsident Peter Neher „Wohnungsnot ist zu einer sozialen Wirklichkeit geworden, die gesellschaftspolitisches Konfliktpotenzial birgt. Immer mehr Menschen erfahren, dass sie nahezu chancenlos auf dem Wohnungsmarkt sind. Oder sie müssen mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete und Wohnkosten ausgeben. Wenn zunehmend der Geldbeutel bestimmt, wie sich Stadtteile und Quartiere zusammensetzen, führt dies zu einem Auseinanderdriften von Milieus und schwächt so den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Problem hat also die Mitte unserer Gesellschaft erreicht.“

Auch in Baden-Baden sind wir mit Wohnungsnot, Wohnungsknappheit und Wohnungslosigkeit konfrontiert. Der Caritasverband unterhält seit über 60 Jahren in Baden-Oos eine Facheinrichtung, die Menschen ohne Wohnung unterstützt. Im Laufe der Jahre wurde die Konzeption der Einrichtung immer wieder den aktuellen Gegebenheiten und den Bedürfnissen der Betroffenen angepasst. Ein paar Zahlen zur Situation in unserer Stadt:
In unserer Einrichtung in Oos hatten wir 2017 8620 Kontakte zu insgesamt 223 Personen (179 Männer und 44 Frauen). Weitere 220 Menschen sind in Obdachlosenunterbringung durch die Stadt ordnungsrechtlich untergebracht.

Die Problematik des knappen Wohnraums ist aber auch in unseren anderen Tätigkeitsfeldern zunehmend zu spüren. Junge, Alte, Gesunde, Kranke, Menschen mit psychischen Behinderungen, Langzeitarbeitslose, Menschen in Armut, Einheimische oder Zugewanderte sind zunehmend auch von der Sorge um Wohnraum betroffen.
Sicher gehen die Problemlagen oft weit über die Wohnungsfrage hinaus. Aber wie soll man die Kraft aufbringen, an seinen Problemen zu arbeiten, wenn eine so existenzielle Frage nicht geklärt ist. Wenn Wohnraumverlust droht, die Unterkunft unzureichend, gesundheitsgefährdend und/oder in einem gewaltbereiten Umfeld ist, oder, wenn man nicht weiß wo man in der nächsten Nacht schlafen kann.

Zu Beginn des Jahres haben wir in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und dem Fachbereich Bildung und Soziales der Stadt zwei neue Dienste eingerichtet. Der „Auswegweiser“ richtet sich an junge, langzeitarbeitslose Menschen im Alter von 18 – 25 Jahren. Das Angebot „Lotse aus der Wohnungslosigkeit“ soll Menschen jeden Alters dabei unterstützen adäquaten Wohnraum zu finden. Einige Personen fallen in beide Zielgruppen.

Die Aufgabe unserer MitarbeiterInnen ist es, Menschen die dem Arbeitsmarkt fern sind zu einer Mitarbeit zu motivieren. Gleichzeitig sind wir und die von uns begleiteten Menschen auf Mithilfe der Mitmenschen angewiesen. Gefragt sind Praktikums- und Arbeitsplätze sowie bezahlbarer Wohnraum jeder Größe.
Ich danke allen, die uns bei unserer Arbeit unterstützen und wünsche allen Menschen in Baden-Baden und darüber hinaus ein gesegnetes Jahr 2018 und ein friedvolles Miteinander.
Bleiben Sie uns gewogen

Ihr
Jochen Gebele
Geschäftsführender Vorstand