Not sehen und handeln.
09 Nov 2021

Projekt „AusWegweiser“

Loslaufen und doch nicht wirklich ankommen. Scheitern, weil einfach alles zu viel wird. Die Gründe dafür, dass nicht alle jungen Menschen auf vergleichsweise bequemen Pfaden in Richtung Zukunft aufbrechen können, sind vielfältig, weiß Mirela Marasovic aus ihrer täglichen Arbeit im Projekt „AusWegweiser“ sehr gut.
Die diplomierte Sozialpädagogin und Systemische Therapeutin betreut beim Caritasverband Baden-Baden e.V. Jugendliche und junge Erwachsene, die sehr individuelle Hilfen benötigen. Viele stehen mit dem Rücken an der Wand, wenn es zum Erstkontakt kommt. Der Zugang der Teilnehmer erfolgt in der Regel durch den Fachbereich Bildung und Soziales, mit unter dem Jugendamt. „Wir sind die niederschwelligste Anlaufstelle in der Stadt.“ Wer hier ankommt, der hat meist alle angebotenen Chancen aus diversen Gründen ungenutzt verstreichen lassen, erzählt sie von einem 19-Jährigen, der seinen Unterschlupf verlor, keine Papiere und selbstredend kein Geld mehr besaß. Der Schritt in die Obdachlosigkeit ist ein Schock und es braucht Zeit dies zu verarbeiten. Ohne Hilfe von Dritten ist hier kaum mehr ein Ausweg möglich. „Menschen in solchen Lebenssituation brauchen ganz einfach Unterstützung.“ Und die sieht meist sehr individuell aus, muss maßgeschneidert sein und kostet die Beteiligten oftmals sehr viel Nerven. „In einem solchen Fall kommen so viele Aufgaben auf den Betroffenen zu, dass viele einfach den Kopf in den Sand stecken.“ Dann geht es gemeinsam los. Die Probleme werden Schritt für Schritt angegangen, Konto eröffnen, Antrag um Antrag ausfüllen, vielleicht zurück auf die Schule oder eine Ausbildungsstelle finden, eine Wohnung suchen.

Seit das AusWegweiser-Projekt, an dem auch die Stadt Baden-Baden und das Jobcenter beteiligt sind, 2018 dank der finanziellen Unterstützung durch den Europäischen Sozialfonds in Baden-Württemberg an den Start ging, haben hier fast 100 Teilnehmer Hilfe der unterschiedlichsten Art bekommen. „Wenn ich merke, dass da was voran geht, gibt mir das neue Kraft.“ Die braucht sie an manchen Tagen in hohem Maße. Etwa dann, wenn einer ihrer Schützlinge wieder einmal nicht zur Arbeit erschienen ist, der Betrieb anruft und sie denjenigen suchen geht. „Wer 19 Jahre lang gegen den Strom geschwommen ist, den kann man nicht in einem zweistündigen Gespräch auf einen anderen Weg bringen.“ Das braucht einen langen Atem.

Alleine sei das kaum zu schaffen, ist sie froh um Helfer wie Stephan Wirtz, der im Januar 2021 in Rente ging und gleich darauf in ihr Team der Ehrenamtlichen stieß. „Ich habe schon immer gewusst, dass Couching und Sport nicht alles für mich sein würden“, erklärt der studierte Gymnasiallehrer und Industrie-Kaufmann sein Engagement, zu dem auch die Betreuung mehrerer junger Flüchtlinge zählt. „Es geht ums Fördern und Fordern“, macht er deutlich. „Soziale Hängematte ist nicht“, brauche es auch ein Signal vom Gegenüber, um dranzubleiben. „Langmut gehört zwar unbedingt dazu. Aber irgendwann endet sie.“

Denn letztlich geht es hier um Klartext und die Verbesserung der Lebensumstände, pflichtet ihm Mirela Marasovic bei. Und das sei ein echtes Herzensprojekt, entwickelt vor über vier Jahren vom heutigen Caritas-Geschäftsführer Thorsten Schmieder.

Foto: Bettina Ams / Caritasverband Baden-Baden e.V.

30 Sep 2021

Vernissage an der frischen Luft

Stadtteilfest im Blick – Impressionen im Großformat

Bei strahlendem Sonnenschein und mit zahlreichem Besuchern fand am Montag die Vernissage zur Open-Air-Ausstellung „Stadtteilfest im Blick“ vor dem Stadtteilzentrum Briegelacker des Caritasverband Baden-Baden statt. Die Ausstellung wurde bereits im Juni gezeigt. Nun wurde sie für die Interkulturelle Woche der Stadt Baden-Baden nochmals installiert. Fachbereichsleiter Frank Herzberger zeigte sich sehr erfreut, „dass wir nun den interessierten Gästen auch wieder etwas zu trinken und zu essen anbieten können, um auf diesem Weg einen kleinen Einblick in die verschiedenen Kulturen des Stadtteils geben zu können – auch wenn das nicht mit dem breitgefächerten Angebot an internationalen Spezialitäten beim Stadtteilfest vergleichbar war“. Das kleine und kostenlose, aber dennoch sehr feine Spezialitätenangebot beinhaltete indische Pekoras, somalische Sambusas, russische Kekse und andere internationale Süßigkeiten.
Natürlich gab es für die Vernissage-Besucher auch ein Glas Sekt oder Wasser. Viele vorbeilaufenden Passanten nutzten die Gelegenheit zu einem Plausch und betrachteten die Bilder der vergangenen Stadtteilfeste mit Wehmut. „Es fehlt uns schon sehr, das Fest, das ist sonst immer ein Höhepunkt im Jahr auf den sich die ganze Familie freut.“ – so erzählt eine Bewohnerin der Straße. Für Kinder gab es kleine Spielzeuge zum Mitnehmen und für Jugendliche Spielangebote im Jugendtreff. Auch sie fragten, wann es denn endlich wieder los geht, mit dem Stadtteilfest.

Frank Herzberger und das Team des Stadtteilzentrums Agnes Lemcke, Franziska Franke und Adrian Struch, die die Vernissage sowie die Spielangebote durchführten, hoffen auf ein buntes Fest in der Briegelackerstraße im kommenden Jahr. „Bis dahin freuen wir uns, dass wir unsere Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien überhaupt wieder starten und durchführen können. Und natürlich, dass diese Veranstaltung heute so gut angenommen wurde“ resümiert das Team einstimmig.

19 Mrz 2021

Ohne Elternunterstützung geht es nicht

Wie die Baden-Badener Erstklässler mit dem Homeschooling zurechtkommen / Hilfe vom Stadtteilzentrum

Es ist zum Haareraufen. Eigentlich sollen die Erstklässler ja erst einmal lernen, wie man schreibt und folglich auch liest. Aber Corona hat nicht gefragt. Für manche Kinder ist das besonders bitter. „Erstklässler brauchen Hilfe.“ Ganz gleich welche Mühe sich die Lehrer geben und wie kreativ sie auch sein mögen, ohne Unterstützung können sie die Arbeitsblätter, mit denen im Lockdown der Unterricht überbrückt wurde, nicht lesen. Obendrein fehlt auch die Klassengemeinschaft, wissen Susanne von Oelhafen und ihre Kollegin Deborah Wenskus von der Theodor-Heuss-Schule um die Not ihrer Schützlinge …

Vollständiger Bericht aus den BNN als PDF
(Foto: Christiane Krause-Dimmock)

25 Feb 2021

„Schüler*innen leiden unter der Corona-Pandemie“

Dringend Ehrenamtliche zur schulischen Unterstützung von Jugendlichen gesucht

In der aktuellen Pandemiezeit ist es für alle Schüler*innen gleichermaßen schwer, sich zu disziplinieren, dem Fern- bzw. Online Unterricht zu folgen und die Anforderungen des Homeschoolings zu stemmen. Sie müssen sich immer wieder den geltenden Verordnungen anpassen und so kann kaum Ruhe und System in ihren Alltag kommen.

Vor allem zugewanderte und sozial benachteiligte Jugendliche schaffen es ohne Unterstützung nicht, da sie häufig aufgrund geringer Deutschkenntnisse der Eltern von diesen keine Unterstützung erhalten können und auch ihr Lernumfeld zuhause nur bedingt oder zum Teil auch gar nicht geeignet ist.

Das Projekt „Zukunftsscout“ des Caritasverbandes Baden – Baden e.V. kann aktuell die enorme Nachfrage seitens der Schüler*innen kaum abdecken. Dringend gesucht werden daher engagierte ehrenamtliche Mentoren, die jungen benachteiligten Menschen 1 zu 1 Unterstützung im schulischen Bereich geben können. Das Aufgabenspektrum der Mentoren ist sehr vielfältig und hängt sowohl von den individuellen Bedürfnissen der Jugendlichen als auch von den vorhandenen Fähigkeiten und Interessen der Mentoren ab. Gesucht werden Ehrenamtliche, die in einem der Fächer Deutsch, Mathe oder Englisch Unterstützung geben können. Wichtig ist, dass die Mentoren eine verlässliche Bezugsperson für den jungen Menschen darstellen und ihr eigenes Knowhow mit einbringen. Themen wie berufliche Ziele und Zukunftspläne spielen in der Arbeit mit den Jugendlichen auch eine Rolle.

Die Unterstützung kann in großen, gut zu belüftenden Räumen des Caritasverbandes durchgeführt werden. Selbstverständlich finden die Treffen unter Einhaltung des Hygieneschutzkonzepts des Caritasverbands statt. Schutzmasken, je nach Wunsch als OP- oder FFP 2-Maske werden, wie auch Desinfektionsmittel, kostenfrei gestellt.

Das Projekt „Zukunftsscout“ startete im Oktober 2005 und richtet sich an jugendliche Besucher des Jugendtreffs Brücke 99 und Stadtteilzentrum Briegelacker.
Das Projekt wird unterstützt durch die Bundesagentur für Arbeit sowie durch kommunale und private Mittel.

Interessenten wenden sich bitte an Mirjam Seidl unter 07221/ 801830 oder per Mail an seidl@caritas-baden-baden.de.

20 Dez 2020

Weihnachtswunschaktion der Firma Eaton Germany GmbH für die Kinder im Stadtteilzentrum Briegelacker

Für die Kinder des Stadtteilzentrums Briegelacker gab es in diesem Jahr bereits vor Heilig Abend eine Bescherung.
Die Firma Eaton Germany GmbH aus Baden-Baden ermöglichte auch oder gerade in diesem besonderen Jahr mit einer „Weihnachtswunschaktion“ sozial benachteiligten Kindern eine Vorweihnachtsfreude.
Die einzelnen Weihnachtswünsche wurden im Vorfeld von den Kindern gesammelt und dann an die Firma Eaton übergeben, wo jedes einzelne Geschenk liebevoll verpackt wurde.

Die Geschenkübergabe erfolgte durch die beiden Mitarbeiterinnen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Franziska Franke und Sylvia Herzberger jeweils individuell an der Haustür der Kinder.
Strahlende Kinderaugen in der Adventszeit waren der gelungene Abschluss einer erfolgreichen Kooperationsaktion zwischen der Firma Eaton und dem Caritasverband Baden-Baden.

„Gerade nach diesem Jahr war die Weihnachtswunschaktion für die Kinder ein besonderes Highlight. Durch den Corona bedingten Wegfall von Aktionen, Veranstaltungen und teilweise auch regelmäßigen Angeboten mussten die Kinder auf vieles verzichten. Somit war es für alle Beteiligten ein besonderer Anlass, die Geschenke zu verteilen und zu sehen, wie viel Freude man den Kindern mit kleinen Dingen machen kann.

Die strahlenden Kinderaugen sind eine Bereicherung für unsere Arbeit und ein gelungener Abschluss für dieses Jahr.“ zieht Franziska Franke das Resümee zur Geschenkaktion.

Zusätzlich wurde dem Fachbereich Kind, Jugend, Familie des Caritasverbandes Baden-Baden e.V. eine Spende der Firma Eaton Germany GmbH in Höhe von 1500 Euro übergeben, welche im neuen Jahr der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu Gute kommt.

17 Sep 2020

„Wie kleine Königinnen und Könige durch Baden-Baden“

„Jede Woche hatte ihren eigenen Charme“, freut sich Mirjam Seidl, hauptamtliche Mitarbeiterin im Jugendtreff Brücke 99 des Caritasverbandes Baden-Baden.
Sie entwickelte gemeinsam mit Sabine Truar, Gemeindereferentin der Katholischen Kirchengemeinde in Oos, das Kids Sommer Special für alle sechs Sommerferienwochen. Die traditionelle jährlich stattfindende gemeinsame einwöchige Ferienaktion Entdeckertage wurde ausgeweitet, damit die Kinder nach dem Lockdown und unregelmäßigen Unterrichtszeiten nicht wieder sechs Wochen zuhause bleiben mussten. Wöchentlich konnten sich 12 Kinder an vier Tagen mit einem bestimmten Motto auseinandersetzen und ihre Freizeit gemeinsam verbringen.

Einfluss auf die Umsetzung der Ferienaktion hatten auch die geltenden Hygienebestimmungen. So erhielt jedes Kind Dank einer Spende des Lions Clubs Baden-Baden ein personifiziertes Face Shield, was es am Ende mit nach Hause nehmen durfte. In der ersten Ferienwoche galt das Motto „Brücke 99 for future“, bei der das Thema Nachhaltigkeit spielerisch und kreativ umgesetzt wurde. Die „Cari-Tage“ folgten darauf mit täglich wechselnden Ausflügen, wie zum Beispiel zum Mehliskopf oder zum Kino. „Eine Woche zum Abkühlen“ stand bei hochsommerlichen Temperaturen in der dritten Sommerferienwoche an, wo unter anderem bei einer Flussbettwanderung die Oos neu entdeckt wurde. Bei der „Heimwerkerkönige-Woche“ wurden neben kleineren Bausätzen auch ein großes Hochbeet aus Paletten gebaut und angelegt. Hier ein Dankeschön an die Firmen Wertheimer und Bier Wurz für die zur Verfügung gestellten Paletten. Mit Naturpädagogin Gabriele Engler-Dietrich verbrachten wir die fünfte Woche im Wald, wo die Veränderung des Waldes in der heutigen Zeit Thema war, aber selbstverständlich wurde auch geschnitzt und Verstecken gespielt. Die letzte Woche widmeten wir „Unserem schönen Baden-Baden“. Das Highlight dieser Woche war eindeutig die einstündige Kutschfahrt mit zwei Kutschen durch Baden-Baden, bei der sich die Kinder fühlen konnten wie kleine Könige und Königinnen. Diese touristische Attraktion hat noch keines der Kinder selbst erlebt. Sabrina Möller, die die Kutschfahrten anbietet, wollte nach ihrer Spendenaktion für den Erhalt der Kutschfahrten in Baden-Baden etwas zurückgeben und so war es für die Kinder möglich, diese besondere Fahrt zu erleben. Die Ferienaktion wird vom Verein „Wir helfen Kindern“, einer Initiative der Alexander-Bürkle-Gruppe und dem Beirat des Jugendtreffs Brücke 99 finanziell unterstützt.

Nach den Sommerferien startet das reguläre Programm des Jugendtreffs Brücke 99 wieder. Der Kindertreff für Kinder von 6 – 11 Jahren findet dienstags von 16.00 – 17.30 Uhr und donnerstags 14.30 – 16.00 Uhr statt. Der Mädchentreff für Mädchen ab 10 Jahren findet freitags von 15.00 – 17.00 Uhr statt und der Jungentreff für Jungen ab 10 Jahren samstags von 15.00 – 17.00 Uhr. Der Jugendtreff findet dienstags und mittwochs von 16.00 – 19.00 Uhr und freitags und samstags von 17.00 – 20.00 Uhr statt. Keine Anmeldung erforderlich. Auch weitere Hilfsangebote, wie zum Beispiel die Hausaufgabenhilfe, starten wieder. Für weitere Informationen wenden Sie sich an Mirjam Seidl unter 07221/801830 oder an seidl@caritas-baden-baden.de. (Foto: Caritasverband Baden-Baden e.V.

01 Sep 2020

Home-Schooling-Hardware für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche

Mit dem Lock-Down im März und den damit verbundenen Schließungen der Schulen zeigte sich ganz schnell, dass sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in einem weiteren Bereich von Ausgrenzung bedroht sind. Und zwar im Bereich des Home-Schoolings über Videokonferenzen, Mail und andere virtuelle Angebote. Viele der Kinder aus benachteiligten Familien, die die Angebote des Stadtteilzentrum Briegelacker des Caritasverbands Baden-Baden besuchen, fehlt es schlichtweg an entsprechender IT-Ausstattung, um die Anforderungen der Schulen erfüllen zu können. Oder die vorhandenen Geräte entsprachen nicht den aktuellen Standards und sind nicht in der Lage neue Programme auszuführen.

Da zwar staatliche Hilfen vage in Aussicht gestellt wurden, eine zeitnahe Umsetzung aber wenig wahrscheinlich war, suchte das Team des Stadtteilzentrum nach Lösungen. Angedacht war zunächst gespendete Alt-Geräte aufzurüsten. Dies ist jedoch nicht bei allen Geräten technisch möglich und auch zeitlich wie personell sehr aufwändig. So kam der Anruf von der Präsidentin von Soroptimist International Baden-Baden, Cornelia Geiger-Markowsky bei Fachbereichsleiter Frank Herzberger genau zum richtigen Zeitpunkt. Die Clubschwestern hatten sich aufgrund des Kontaktverbotes über Telefon verständigt, dass ihr Club in dieser gerade für Familien schweren Zeit für diese etwas tun müsste. Sie hatten Spendenmittel in Höhe von 5000,- akquiriert und wollten diese für die Anschaffung von Hardware für das Homeschooling für bedürftige Familien investieren.

Da der Club seit Jahren die Sprachförderung der Kindertagesstätte finanziell fördert besteht hier bereits ein guter Kontakt zwischen dem Club und Caritasverband. So konnte nach einigen konstruktiven Telefonaten, ein direktes Treffen war aufgrund der Coronabestimmungen zum derzeitigen Zeitpunkt nicht möglich, die Idee in ein Konzept gepackt werden. Die Mitarbeiter*innen des Stadtteilzentrums sondierten Ihre Fälle und prüften wo eine Unterstützung notwendig war. Sie nahmen dann direkt oder über in den Familien installierten Paten Kontakt auf und informierten über die mögliche Spende. Um etwas Verbindlichkeit und Eigenverantwortung der Familien zu fordern und fördern wurde ein Eigenanteil von ca. 25 Prozent der Anschaffungskosten erhoben. Die angesprochenen Familien waren durch die Reihe sehr erfreut und konnten es kaum fassen, dass sie in den Genuss der Spende kamen.

Trotz Corona-Krisenbedingten Lieferschwierigkeiten konnten zeitnah dann die ersten acht Geräte, vier Tablets für Grundschüler und vier Laptops bereits nach den Pfingstferien an strahlende Kinder, Jugendliche und Eltern übergeben werden. Bei eventuell auftretenden Problemen bei der Installation von Programmen wurde zusätzlich Unterstützung durch den verbandseigenen IT-Mitarbeiter angeboten. Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung der Schulen ist die Ausstattung mit Laptops und Tablets nicht nur in Zeiten von Homeschooling sondern dauerhaft für die Inklusion der benachteiligten Kinder in der Schule ein wichtiges Element. Bis nach den Sommerferien sollen weitere Geräte übergeben werden.

Das Foto zeigt die Spendenübergabe am 18. Juni 2020:
v.l. Franziska Franke, Frank Herzberger, Adrian Struch (alle Caritasverband), Cornelia Geiger-Markowsky (Soroptimist International), Agnes Lemcke (Caritasverband), Sabine Wendt, Birte Gräper, Dr. Anemone Bippes (Soroptimist International)

29 Jul 2020

Terminankündigung: Kids Sommer Special im Jugendtreff Brücke 99

Der Jugendtreff Brücke 99 des Caritasverband Baden-Baden e.V. bietet dieses Jahr ein Kids Sommer Special in allen sechs Sommerferienwochen an.

Diese finden wöchentlich von Dienstag bis Freitag von 10 – 13 Uhr statt.
Eingeladen sind Kinder im Alter von 6- 11 Jahren in den Jugendtreff in der Schwarzwaldstraße 101.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf maximal 12 Kinder, die Teilnahmekosten betragen 20 Euro pro Woche.

Jede Woche hat ein eigenes Motto, wie zum Beispiel „Eine Woche zum Abkühlen“ oder „Unser schönes Baden-Baden“. Das ausgebaute Sommerferienprogramm bietet den Kindern Baden-Badens nach den Zeiten im Lock-Down eine abwechslungsreiche und sinnvolle Freizeitbeschäftigung.

Weitere Informationen und Anmeldungen erhalten Sie bei Mirjam Seidl im Jugendtreff Brücke 99 unter 07221/801830 oder unter seidl@caritas-baden-baden.de.

28 Jul 2020

Corona-Chroniken Jugendtreff Brücke 99

„Es war einmal einst eine Brücke, in der ich jeden Tag war. Doch dann war sie geschlossen – durch Corona – wie es geschah. Doch so traurig und so wart`, ich bis es offen hat.“ Mit diesen Zeilen beschreibt ein 16jähriger Besucher ziemlich genau, wie die Pandemie das Leben aller durcheinander gewirbelt hat.

So ging es auch den Kindern und Jugendlichen des Jugendtreffs Brücke 99. Bevor dem offiziellen Lockdown, schloss der Jugendtreff zum Schutz der Gäste und Mitarbeiter*innen bereits am 13. März seine Pforten. Alle Kinder und Jugendliche sowie ehrenamtliche Mitarbeiter wurden informiert. Zeitgleich wurde überprüft, wie man die jungen Menschen in dieser schwierigen Zeit unterstützend begleiten kann. Ein virtueller Jugendtreff über einen Messenger wurde an fünf Tagen in der Woche angeboten. Die Inhalte waren Quiz, Tipps gegen Langeweile, verschiedene Rätsel und ein Podcast „Radio Brücke 99“, bei dem ein ehemaliger Treffbesucher für Unterhaltung und Informationen sorgte. Ein weiteres Highlight waren die Wochen-Challenges. Hier wurden von den Jugendlichen zum Beispiel fleißig Kartenhäuser gebaut, sportliche Videos gedreht oder Reime gedichtet, wie einleitend beispielhaft dargestellt wurde. Anregungen zur Freizeitgestaltung waren wichtig, aber natürlich auch die Beratung und Begleitung der Jugendlichen. Viele der Besucher*innen befanden sich in der Pandemiezeit in der Prüfungsphase. Mirjam Seidl, Mitarbeiterin im Jugendtreff, setzte alles daran, die Jugendlichen in dieser Zeit zu unterstützen. So fanden zum Beispiel unter Berücksichtigung der Hygienebestimmungen „Crashkurse in Mathe“ in den Pfingstferien statt, aber auch telefonische Beratung durch die ehrenamtlichen Mentoren im Projekt Zukunftsscout.

Neben dem Kontakt zu den Jugendlichen war es dem Team wichtig, mit den Kindern, die sonst die Angebote besuchen in Kontakt zu bleiben. Gemeinsam mit Sabine Truar, Gemeindereferentin der Katholischen Kirchengemeinde Oos, wurden Ideen entwickelt. Hier entstanden drei Briefe, die den Kindern in ihre Briefkästen eingeworfen wurden. Inhalt war jedes Mal eine Mitmach-Aufgabe und Information zur Hausaufgabenbetreuung und weitere Unterstützung. Dank einer Spende erhielten die Kinder für die Teilnahme eine kleine Aufmerksamkeit.
Zu Beginn der Pfingstferien gab es gute Nachrichten und schrittweise konnte der Jugendtreff wieder geöffnet werden. Hierfür wurde der Jugendtreff im Vorfeld hygienekonform eingerichtet und Spielgeräte nach „waschbar“ und „abstandskonform“ sortiert.

Laut Bestimmungen durften zum damaligen Zeitpunkt maximal 13 Jugendliche als feste Gruppe in den Treff. Dies wurde gleich gut von den jugendlichen Besuchern genutzt.
Nach den Pfingstferien entstand im Austausch mit der Grundschule Cité und auf Initiative einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin das Konzept zur Förderung von Grundschülern in Kleinstgruppen. Diese wird aktuell von sechs Kindern angenommen. Auch der Kindertreff Cité startete wieder einmal wöchentlich mit einem Freizeitangebot für Kinder ab 6 Jahren. Nach den Pfingstferien wurden auch weitere Angebote des Jugendtreff Brücke 99 reaktiviert. Mit der bislang letzten Verordnung der Landesregierung konnte die Besucherzahl auf insgesamt 20 Personen erweitert werden. Somit ist ein wesentlicher Aspekt der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, nämlich die offene Komm- und Gehstruktur, wieder möglich. Seit der Öffnung wurden circa 50 verschiedene Jugendliche erreicht, Tendenz steigend.
Und auch die weitere Planung orientiert sich an der aktuellen Lage. Die geplanten Outdoor-Wochen und „Jugendtreff on Tour“ werden zugunsten des regulären Jugendtreffbetriebes nicht stattfinden, da viele der Jugendlichen die Sommerferien in Baden-Baden verbringen werden. Ebenso wurde das Kinderferienprogramm auf sechs Wochen ausgebaut, so dass die Kinder eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung haben und nicht wie im Lock-Down zuhause bleiben und sich langweilen müssen.

Dies berichtete Mirjam Seidl auch den Mitgliedern des Beirates des Jugendtreffs Brücke 99, der vor kurzem tagte. „Es ist eine aufreibende Zeit für uns alle, aber man hat gesehen, wie wichtig wir als Anlaufstelle für Jugendliche in Baden-Baden sind. Die Jugendlichen sind dankbar, dass sie wiederkommen können und alles wieder ein bisschen normaler wird“. Den Mitgliedern des sich aus den sechs Lions- und Rotary-Clubs zusammensetzenden Beirats, die 1999 den Jugendtreff gegründet haben und ihn seitdem ideell und finanziell unterstützen, wurde der Tätigkeitsbericht seit dem Lock-Down vorgestellt. Neben inhaltliche Fragestellungen und die Auswirkung auf die Jugendlichen in Baden-Baden im Allgemeinen wurde von den anwesenden Mitgliedern die kreative Umsetzung der Arbeit unter Pandemiebedingen gewürdigt.