Not sehen und handeln.
28 Jul 2020

Corona-Chroniken Jugendtreff Brücke 99

„Es war einmal einst eine Brücke, in der ich jeden Tag war. Doch dann war sie geschlossen – durch Corona – wie es geschah. Doch so traurig und so wart`, ich bis es offen hat.“ Mit diesen Zeilen beschreibt ein 16jähriger Besucher ziemlich genau, wie die Pandemie das Leben aller durcheinander gewirbelt hat.

So ging es auch den Kindern und Jugendlichen des Jugendtreffs Brücke 99. Bevor dem offiziellen Lockdown, schloss der Jugendtreff zum Schutz der Gäste und Mitarbeiter*innen bereits am 13. März seine Pforten. Alle Kinder und Jugendliche sowie ehrenamtliche Mitarbeiter wurden informiert. Zeitgleich wurde überprüft, wie man die jungen Menschen in dieser schwierigen Zeit unterstützend begleiten kann. Ein virtueller Jugendtreff über einen Messenger wurde an fünf Tagen in der Woche angeboten. Die Inhalte waren Quiz, Tipps gegen Langeweile, verschiedene Rätsel und ein Podcast „Radio Brücke 99“, bei dem ein ehemaliger Treffbesucher für Unterhaltung und Informationen sorgte. Ein weiteres Highlight waren die Wochen-Challenges. Hier wurden von den Jugendlichen zum Beispiel fleißig Kartenhäuser gebaut, sportliche Videos gedreht oder Reime gedichtet, wie einleitend beispielhaft dargestellt wurde. Anregungen zur Freizeitgestaltung waren wichtig, aber natürlich auch die Beratung und Begleitung der Jugendlichen. Viele der Besucher*innen befanden sich in der Pandemiezeit in der Prüfungsphase. Mirjam Seidl, Mitarbeiterin im Jugendtreff, setzte alles daran, die Jugendlichen in dieser Zeit zu unterstützen. So fanden zum Beispiel unter Berücksichtigung der Hygienebestimmungen „Crashkurse in Mathe“ in den Pfingstferien statt, aber auch telefonische Beratung durch die ehrenamtlichen Mentoren im Projekt Zukunftsscout.

Neben dem Kontakt zu den Jugendlichen war es dem Team wichtig, mit den Kindern, die sonst die Angebote besuchen in Kontakt zu bleiben. Gemeinsam mit Sabine Truar, Gemeindereferentin der Katholischen Kirchengemeinde Oos, wurden Ideen entwickelt. Hier entstanden drei Briefe, die den Kindern in ihre Briefkästen eingeworfen wurden. Inhalt war jedes Mal eine Mitmach-Aufgabe und Information zur Hausaufgabenbetreuung und weitere Unterstützung. Dank einer Spende erhielten die Kinder für die Teilnahme eine kleine Aufmerksamkeit.
Zu Beginn der Pfingstferien gab es gute Nachrichten und schrittweise konnte der Jugendtreff wieder geöffnet werden. Hierfür wurde der Jugendtreff im Vorfeld hygienekonform eingerichtet und Spielgeräte nach „waschbar“ und „abstandskonform“ sortiert.

Laut Bestimmungen durften zum damaligen Zeitpunkt maximal 13 Jugendliche als feste Gruppe in den Treff. Dies wurde gleich gut von den jugendlichen Besuchern genutzt.
Nach den Pfingstferien entstand im Austausch mit der Grundschule Cité und auf Initiative einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin das Konzept zur Förderung von Grundschülern in Kleinstgruppen. Diese wird aktuell von sechs Kindern angenommen. Auch der Kindertreff Cité startete wieder einmal wöchentlich mit einem Freizeitangebot für Kinder ab 6 Jahren. Nach den Pfingstferien wurden auch weitere Angebote des Jugendtreff Brücke 99 reaktiviert. Mit der bislang letzten Verordnung der Landesregierung konnte die Besucherzahl auf insgesamt 20 Personen erweitert werden. Somit ist ein wesentlicher Aspekt der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, nämlich die offene Komm- und Gehstruktur, wieder möglich. Seit der Öffnung wurden circa 50 verschiedene Jugendliche erreicht, Tendenz steigend.
Und auch die weitere Planung orientiert sich an der aktuellen Lage. Die geplanten Outdoor-Wochen und „Jugendtreff on Tour“ werden zugunsten des regulären Jugendtreffbetriebes nicht stattfinden, da viele der Jugendlichen die Sommerferien in Baden-Baden verbringen werden. Ebenso wurde das Kinderferienprogramm auf sechs Wochen ausgebaut, so dass die Kinder eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung haben und nicht wie im Lock-Down zuhause bleiben und sich langweilen müssen.

Dies berichtete Mirjam Seidl auch den Mitgliedern des Beirates des Jugendtreffs Brücke 99, der vor kurzem tagte. „Es ist eine aufreibende Zeit für uns alle, aber man hat gesehen, wie wichtig wir als Anlaufstelle für Jugendliche in Baden-Baden sind. Die Jugendlichen sind dankbar, dass sie wiederkommen können und alles wieder ein bisschen normaler wird“. Den Mitgliedern des sich aus den sechs Lions- und Rotary-Clubs zusammensetzenden Beirats, die 1999 den Jugendtreff gegründet haben und ihn seitdem ideell und finanziell unterstützen, wurde der Tätigkeitsbericht seit dem Lock-Down vorgestellt. Neben inhaltliche Fragestellungen und die Auswirkung auf die Jugendlichen in Baden-Baden im Allgemeinen wurde von den anwesenden Mitgliedern die kreative Umsetzung der Arbeit unter Pandemiebedingen gewürdigt.

25 Jun 2020

Bericht in der aktuellen „neue caritas“: Ehrenamt im Migrationsbereich in den Zeiten von Corona

In der Caritas engagieren sich viele Menschen für Geflüchtete. Meistens wird Ihr Engagement vor Ort koordiniert, ein Teil jedoch findet in bundesweit Projekten¹ statt. Aus diesen wird über neue Engagementmöglichkeiten in Zeiten von Corona berichtet.

Die Ehrenamtskoordinierungsstellen sind dabei, sich auf die neue Lage einzustellen. Sie prüfen, wie Angebote (Beratung, Begleitung und andere Unterstützung) online oder per Telefon vorgehalten werden können. In der aktuellen Lage ist es zunächst entscheidend, den Kontakt zu den Geflüchteten aufrechtzuerhalten. Das bedeutet beispielsweise, dass E-Mail-Verteiler angelegt und aktualisiert werden, um die weitere Erreichbarkeit zu sichern, und dass Bedarfe der Geflüchteten und ihrer Familien abgefragt werden. Ihnen wird damit auch gezeigt, dass sie nach wie vor auf Unterstützung zählen können …

Vollständiger Bericht in der Ausgabe 08/2020 der „neue caritas“
(Sie werden weitergeleitet zum Artikel auf der Seite caritas.de)

05 Mrz 2020

Leitwort März 2020

Zeit,
die wir uns nehmen,
ist Zeit, die uns etwas gibt. (Ernst Ferstl)

 

Liebe Leser*innen, liebe Freunde des Caritasverbandes,

bereits zum siebten Mal darf ich als Fachbereichsleitung das Leitwort zu einem mir wichtigen Thema schreiben.
Wenn ich meinen Gedanken freien Lauf lasse, wenn ich die Jahre Revue passieren lasse und wenn ich darüber ins Schwärmen komme, wie wichtig mir und meinen Kolleginnen die Arbeit mit den uns anvertrauten alten und pflegebedürftigen Menschen ist, dann spielt der Faktor „Zeit“ eine sehr wichtige Rolle.
Beim Erstgespräch mit pflegenden Angehörigen thematisiere ich als Schwerpunkt unserer Arbeit bei uns in der Altenhilfe immer den Faktor „Zeit“. Zeit für Gespräche, intensive Betreuung, anregende Aktivierung und die – so wichtige – Beziehungsarbeit mit unseren Gästen, um das Wohlbefinden unserer Gäste jederzeit zu gewährleisten.

Erfreulicherweise sind wir für unsere hohe Qualität über die Grenzen der Stadt Baden-Baden hinaus angesehen. Die Arbeitsatmosphäre in unserem Team ist geprägt von gegenseitigem Respekt, Anerkennung, der fachlichen Qualifikation und der Persönlichkeit der Mitarbeitenden. Diese wertvollen Bedingungen sprechen auch unsere pflegenden Angehörigen an. Unterstützt werden wir in unserer täglichen Arbeit durch immer mehr Ehrenamtliche, die sich freiwillig aktiv engagieren und damit einen wertvollen Anteil am gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Zum Beispiel unterstützt uns eine ehemals pflegende Angehörige aus Dankbarkeit regelmäßig bei Spaziergängen und Aktivitäten mit unseren Gästen. Seit Herbst 2019 ergänzt unser Team eine junge Referendarin, die mir Einblick in ihre Beweggründe, ein Ehrenamt auszuführen, ermöglichte:

Was macht dein ehrenamtliches Engagement so Besonders?
Die Arbeit mit Senioren macht mir einerseits total viel Spaß und gleichzeitig gibt Sie mir persönlich sehr viel zurück. Man merkt sehr schnell, dass sich die Gäste der Tagespflegestätte sehr über den Besuch und die Hilfe freuen und sehr dankbar darüber sind, wenn sie mit anderen Menschen ins Gespräch kommen und zum Beispiel über alte Zeiten erzählen können. Gemeinsame Ausflüge, wie zum Beispiel auf die Hornisgrinde, sind aufgrund der Freude, die die Senioren uns bei solchen Ausflügen entgegenbringen, für mich unvergesslich. Man merkt, dass das, was man tut, dem anderen guttut und Freude bereitet. Solche Momente sind für mich unbezahlbar.

Wieso arbeiten junge Leute überhaupt ohne Geld dafür zu bekommen?
Ich finde es in einer Gesellschaft sehr wichtig, dass man füreinander da ist und sich gegenseitig hilft. Schließlich wachsen wir in einer Gemeinschaft auf und sind auch von Kind an auf unsere Mitmenschen angewiesen. Ich finde es sehr wichtig, gerade Menschen, die Hilfe von anderen benötigen, zu unterstützen und zwar bedingungslos. Fängt man mal mit einer ehrenamtlichen Tätigkeit an, merkt man sehr schnell, dass es einen kaum wieder loslässt und einem persönlich sehr viel zurückgegeben wird. Man bekommt für ein Ehrenamt zwar kein Geld, dafür aber meines Erachtens nach etwas viel Besseres, nämlich Dankbarkeit, Liebe und Wertschätzung.

Was bringt dir diese Erfahrung für dein Leben?
Ich würde sagen, dass diese Erfahrungen meine Persönlichkeit enorm geprägt haben und mir deutlich gemacht haben, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein und füreinander einzustehen. Man könnte zwar denken, dass ehrenamtliche Tätigkeiten zusätzlich Stress bedeuten, allerdings ist das Gegenteil der Fall. Mich persönlich entschleunigen solche Tätigkeiten und geben mir Halt im sonst manchmal stressigen Alltag. Gebraucht zu werden und anderen etwas zu geben, ist für mich total erfüllend und macht mich persönlich einfach glücklich.
Jennifer Resch

Der Caritasverband Baden-Baden wird von mehr als 200 ehrenamtlichen Mitarbeitenden unterstützt, die den Wunsch haben, etwas Sinnstiftendes zu tun und ihren Mitmenschen zu helfen.
Herzlichen Dank an alle, die sich mit ihrem Ideenreichtum und ihrer Kreativität für ihre Mitmenschen einsetzen. Ehrenamt unbezahlt und unbezahlbar!
Bleiben sie uns gewogen!

Herzlichst
Ihre Manuela Lang
Fachbereichsleitung Altenhilfe

01 Mrz 2020

Zeit für die Enkel und zum Gitarre spielen

Geschäftsführer Jochen Gebele geht nach fast 35 Jahren beim Caritasverband Baden-Baden in den Ruhestand

Das ganze Berufsleben bei einem Arbeitgeber zu verbringen, schaffen nicht viele Menschen. Jochen Gebele ist einer von ihnen. Der 64-Jährige arbeitete seit seinem Zivildienst in verschiedenen Verbänden
der Caritas: Von Konstanz hat es ihn nach Horb am Neckar und letztlich nach Baden-Baden verschlagen. Er war sein ganzes Berufsleben dem Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche treu …

Vollständiger Bericht aus den Caritas-News als PDF

01 Mrz 2020

Gutes tun und es sich dabei gut gehen lassen

Charity-Veranstaltung zugunsten der Caritas-Tafel und des Projektes „Kleine Helden“

Ende November fand ein Benefizabend des Caritasverbandes Baden-Baden und des ehrenamtlichen Unterstützer-Ehepaares Petra Wick-Ruhs und Diethard Ruhs statt. Unter dem Motto „Weihnachtszauber im Brenners Parkhotel & Spa“ wurde für die 170 geladenen Gäste in der Orangerie des Baden-Badener Grandhotels ein kulinarisches Erlebnis im wunderschönen weihnachtlichen Amiente arrangiert …

Vollständiger Bericht aus den Caritas-News als PDF

20 Feb 2020

Lust auf teamorientierte Führung?

Wir – der Caritasverband Baden-Baden – suchen ab sofort eine:

Geschäftsführung (w|m|d)
als Mitglied des Vorstandes

Auch wenn Geschäftsführung eher hierarchisch und traditionell anmutet, sind wir genau das
nicht. Unser Verband ist flach organisiert in Einheiten, die sich sehr gut selbst aussteuern und
dabei erfolgreich sind. Wir suchen jemanden, der Lust hat, sich genau auf diese kooperative
Organisationsform einzulassen.

Im besten Falle:
o … haben Sie einen Hochschulabschluss in einem sozialwissenschaftlichen Fach
o … verfügen Sie über Führungs- und Managementerfahrung im sozialen Bereich
o … sind Sie „open minded“, teamfähig und richtungsweisend
o … identifizieren Sie sich mit den Werten der Caritas
o … und ja: Sie sind auch katholisch

Vollständige Stellenausschreibung als PDF zum Download

16 Jan 2020

Nächstenliebe als Lebensaufgabe

Angelika Berger ist die neue Geschäftsführerin des Caritasverbands Baden-Baden

Angelika Berger ist eine große Frau, Ihre 1,85 Meter Körpergröße wirken noch etwas mehr, wenn sie selbstbewusst und freundlich lächelnd auf einen zukommt. Seit dem 1. Oktober ist die Diplom-Betriebswirtin Geschäftsführerin des Caritasverbands