Not sehen und handeln.
07 Mrz 2016

Offener Brief zur Mitgliederversammlung der Bühler Tafel am 07.03.2016

Offener Brief zur Mitgliederversammlung der Bühler Tafel am 07.03.2016
Nachdem die Vorstandswahl im Rahmen der Mitgliederversammlung der Bühler Tafel nicht wie erwartet endete, möchten wir Ihnen noch einmal unsere persönlichen Beweggründe zur Kenntnis geben, die uns dazu gebracht haben, das Vorstandsamt letztlich nicht anzutreten. Einzelnen Mitgliedern der Bühler Tafel haben wir dies bereits mündlich mitgeteilt.

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03 Mrz 2016

Familiencafé IDA – jeden Donnerstag im Stadtteilzentrum Briegelacker

Familiencafé IDA – jeden Donnerstag im Stadtteilzentrum Briegelacker
Jeden Donnerstag von 9.00-11.30 Uhr ist das Café IDA (Integration, Denkanstöße, Austausch) in der Küche im Stadtteilzentrum geöffnet. Bei Kaffee, Tee und Gebäck gibt es Gelegenheit, sich zu treffen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam zu lachen. Für Kinder gibt es eine Spielecke. Neue Besucher sind herzlich willkommen! Das Familiencafé IDA ist ein Offener Treff im Rahmen des Landesprogramms STÄRKE.

01 Mrz 2016

Jeder kann kommen! Neues Beratungsangebot im Caritaszentrum Cité

Pünktlich zum Jahresbeginn bietet der Fachbereich Offene Dienste ab dem 12. Januar 2016 ergänzende Sprechstunden des Caritassozialdienstes im neuen Caritaszentrum Cité an.
Die allgemeine Sozialberatung ist der zentrale Beratungs- und Informationsdienst des Caritasverbandes. Das Angebot ist für alle offen, niedrigschwellig und kostenlos. Der Fachdienst zeichnet sich durch die enge Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen und Diensten aus. Auf diese Weise soll den Menschen ein schneller, angstfreier und unmittelbaren Zugang zu weiteren Partnern aus dem Hilfenetzwerk ermöglicht werden.
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01 Jan 2016

„Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage,
Liebe Freundinnen und Freunde des Caritasverbandes,

2015 war ein ereignisreiches Jahr. In allen unseren Fachbereichen gab es neben dem „Alltagsgeschäft“ auch wieder Veranstaltungen, die den Verband in der Öffentlichkeit präsentierten, es gab gesetzliche Neuerungen, Finanzverhandlungen und Vieles mehr.
„Das“ Ereignis war mit Sicherheit der Umzug der Geschäftsstelle in das neue „Scherer-Caritaszentrum“ in der Cité.
Es freut mich, dass im Menton-Ring 1 nicht nur die Geschäftsführung und Verwaltung eine neue Bleibe gefunden haben, sondern dass auch Caritasleben in dem Haus stattfindet. Das ist bisher schon durch die Tagespflegestätte und die Wohngemeinschaft gegeben und wird in diesem Jahr durch Sprechstunden des Caritas-Sozialdienstes verstärkt.

Im neuen Jahr werden die Aufgaben nicht weniger und die Probleme nicht geringer. Insbesondere begleitet uns immer die Sorge um die finanzielle Absicherung unserer Arbeit. Auch das Thema Flüchtlinge wird uns, wie alle gesellschaftlich Verantwortlichen, neben unseren andern Inhalten, zusätzlich beschäftigen.
In allen Bereichen wird es darum gehen, die Arbeit weiterhin auf dem hohen Niveau zu erhalten und weiter zu qualifizieren.
Mindestens eine neue Einrichtung werden wir haben: im Frühjahr soll die Kinderkrippe eröffnet werden. Wir können es uns nicht leisten, stillzustehen, sondern müssen uns auf neue gesellschaftliche Herausforderungen einstellen. Es muss auch immer wieder geprüft werden, ob „alte“ Angebote noch zeitgemäß und erforderlich sind.
Im letzten Jahr haben wir zwei neue Einrichtungen für ältere und an Demenz erkrankte Menschen eröffnet. Mit der Kinderkrippe erweitern wir 2016 unser Angebot für die ganz jungen Menschen.

Das Jahresthema der deutschen Caritas lautet 2016 „Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“. Der demografische Wandel bringt unser solidarisches Sozialsystem, den Generationenvertrag, ins Wanken. Politische Forderungen zur Generationengerechtigkeit stehen daher im Zentrum der Caritas-Jahreskampagne. Aber es geht auch um das Zusammenwirken von Jung und Alt, den Zusammenhalt zwischen den Generationen und innerhalb jeder Generation. Wir setzen uns dafür ein, dass alle die gleichen Rechte bekommen und alle das haben, was sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation benötigen. Und wir sind überzeugt, dass dafür nicht nur „die Politiker“ zuständig sind, sondern wir alle.

Im Dezember hat Papst Franziskus das „Jahr der Barmherzigkeit“ ausgerufen. Wie passend für einen Caritasverband. Wir dürfen, bei aller Professionalität, unseren Hintergrund und unseren Auftrag nicht vergessen. Das schöne Wort Barmherzigkeit ist leider etwas außer Mode geraten. Aber das was damit gemeint ist, ist – gerade für uns – hochaktuell. Es hat mit Hinschauen zu tun, mit Zuwendung und Nächstenliebe und mit einem menschenwürdigen und annehmenden Umgang mit den Menschen, die bei uns Rat und Hilfe suchen. Wir im Caritasverband Baden-Baden wollen dies weiter nach besten Kräften beherzigen.

Ich danke allen, die uns dabei unterstützen und wünsche allen Menschen in Baden-Baden, ob jung oder alt, hier geboren oder zugewandert, gesund oder krank, ein gesegnetes Jahr 2016 mit einem friedvollen Miteinander.

Bleiben Sie uns gewogen
Ihr
Jochen Gebele
Geschäftsführender Vorstand

01 Dez 2015

„Ein Zuhause ist, wohin man geht, wenn einem die Orte ausgegangen sind.“ Barbara Stanwyck

Es gibt Menschen, die brauchen dringender eine Wohnung als andere. Weil sie akut davon betroffen sind, obdachlos zu werden; etwa wenn die Wohnung geräumt wird oder wenn sie aus der Haft entlassen werden. Oder wenn sie gerade in einer Obdachlosenunterkunft wohnen.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (www.bagw.de) ermittelt einen dramatischen Anstieg der Wohnungslosigkeit in Deutschland:
2014 waren ca. 335.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung – seit 2012 ist dies ein Anstieg um ca. 18 %.
Die Zahl der Menschen die „Platte machen“, die also ohne jede Unterkunft auf der Straße leben, stieg seit 2012 um 50 % auf ca. 39.000 in 2014.
Hinzu kommen 800.000 Flüchtlinge (eher mehr), von denen sicherlich ein nicht unerheblicher Teil länger oder dauerhaft in Deutschland bleiben wird.

Angesichts dieser Zahlen erscheint die Schaffung von (bezahlbarem) Wohnraum eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre zu sein.

Aber es geht nicht nur um Wohnungen oder einem Platz zum Schlafen. Vielmehr geht es um ein Zuhause – einem Platz, eine Umgebung in der ich mich wohl fühle. Wo ich Freunde habe, Familie, Frieden finden kann, ein Einkommen, eine Beschäftigung, kulturelle Angebote und vieles mehr.

Lassen sie uns gemeinsam allen Flüchtlingen und Wohnungslosen in Baden-Baden ein Zuhause geben – und ganz wichtig: Stehen wir gemeinsam allen Menschen entgegen, die versuchen Wohnungslose und Flüchtlinge gegeneinander „auszuspielen“.

Ich wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit und bereits jetzt „Frohe Weihnachten“.

Ihr
Christian Frisch
Fachbereichsleiter Wohnungslosenhilfe

01 Sep 2015

Der uns eigene Weg

Als ich anfing Malkurse zu geben, dachte ich, alle Teilnehmer in gleichen Einheiten, mit gleichen Inhalten und in gleichem Tempo unterrichten zu können. Die Kurse waren auch so konzipiert, der Ablauf wäre einfacher gewesen. Sehr schnell aber musste ich dieses Konzept korrigieren.

Auch im diesjährigen Porträtmalkurs, den ich in der Tagesstätte für psychisch erkrankte Menschen im Caritaszentrum Cäcilienberg an acht Nachmittagen anbieten durfte, verhielt es sich nicht anders. Obwohl es sich bei den Teilnehmern hier um ‚Mal-Neulinge’ handelte, in einer ganz besonderen Situation, war ich erstaunt, wie schnell sich bei jedem einzelnen seine ganz persönliche Herangehens- und Ausdrucksweise herauskristallisierte. Der eine griff beherzt in den Farbtopf und malte sehr mutig, expressiv und schwungvoll ein großes Porträt, der andere näherte sich eher vorsichtig und akribisch an das Thema Porträt an. Die einen bevorzugten kräftige Farben, die anderen eher zarte und blasse. Bei einigen fand das seelische Befinden seinen direkten und zum Teil auch berührenden Ausdruck im gemalten Porträt, wieder andere wollten sich mit etwas mehr Distanz heranwagen oder sahen es nur als Entspannung. Auch der Umgang in der Anwendung des Gelernten war ein sehr individueller. Es gab Teilnehmer, die mit viel Ruhe, Geduld und Zuversicht arbeiteten, andere kämpften mehr, waren eher etwas ungeduldig, weil sich das, was an Erlerntem im Kopf saß, nicht so schnell über den Arm, die Hand und den Pinsel auf die Leinwand bringen ließ.

Allen gemeinsam war aber eines: Sie hatten unwillkürlich einen ganz persönlichen und ihren ganz eigenen Weg beschritten. Und mir ist einmal mehr klar geworden, wie wenig es gebracht hätte, hier alle nach gleichem Schema zu unterrichten und allen die gleiche Vorgehensweise mit gleichem Ergebnis abzuverlangen. Einen Menschen, der gerne mit dünnem Pinsel und zarten Farben malt, weil es nun mal seinem Wesen sehr viel mehr entspricht, macht es nicht glücklich und es bringt ihm auch nichts, wenn er zu expressivem Malen angehalten wird. Und umgekehrt natürlich auch.

Spätestens als einige der Teilnehmer ein zweites Porträt in Angriff nahmen und dieses dann dem jeweiligen Künstler auch eindeutig zugeordnet werden konnte, war diese persönliche Handschrift für jeden sichtbar. Und mir blieb nur noch die spannende und herausfordernde Aufgabe, zwar allen ein gemeinsames Handwerkszeug wie Proportionen, Farbenlehre, Aufbau eines Porträts etc. mitzugeben, hauptsächlich aber jeden Einzelnen bei seinem ganz individuellen Ausdruck zu unterstützen und zu stärken. Und geht es nicht genau darum?

Die uns persönlich ganz eigenen Fähigkeiten, die uns persönlich ganz eigenen Erfahrungen, von Freude und Glück bis Trauer und Schmerz, und der uns ganz eigene Umgang damit – das bestimmt genauso, wie es die Ausgestaltung einer Leinwand bestimmt, die Gestaltung unseres individuellen Lebensweges. Es gibt nicht ‚den’ Weg, auch wenn diese Erkenntnis oft mit Angst und Unsicherheit verbunden ist.

Jeder von uns hat eine ganz persönliche, oft nicht immer nur einfache Geschichte, die ihn neben vielen anderen Dingen geprägt und seine Wahrnehmung der Welt, sein Fühlen, Denken und Handeln, beeinflusst hat und ein Leben lang beeinflussen wird. Wie in der Malerei, wo es allerdings viel selbstverständlicher und einfacher scheint, geht es darum, sich dieser individuellen Eigenheiten bewusst zu werden, sie zu reflektieren, zu akzeptieren, als etwas Positives anzusehen, mit allem, was dazugehört, und sie zur Gestaltung des ganz eigenen Lebensweges zu nutzen. Menschen, die andere auf diesem Weg ein Stück begleiten dürfen, können das dazu notwendige ‚Handwerkszeug’, einen objektiven Rahmen, mitgeben, aber, viel wichtiger noch, bei der Bewusstmachung und Reflexion der persönlichen Fähigkeiten und individuellen Eigenheiten helfen und so die Beschreitung des ganz eigenen Weges möglich machen.

Ihre
Marita Braun
Künstlerin aus Baden-Baden und
Ehrenamtliche in der Tagestätte für psychisch erkrankte Menschen im
Fachbereich Offene Dienste im Caritaszentrum Cäcilienberg

01 Mai 2015

Bonjour, la vie – die neue Wohngemeinschaft ein besonderer Ort!

Die Anfangszeile aus meinem Lieblingsgedicht „ Stufen “ von Hermann Hesse lautet: Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, zu ihrer Zeit …

In meinem Leben bin ich in den letzten Monaten eine Stufe weitergegangen. Die Kinder sind flügge geworden, ein neuer Lebensabschnitt beginnt.

Meine Lebenszeit ist momentan noch geprägt durch meine Arbeit. Seit nunmehr 30 Jahren bin ich in der Altenpflege tätig und durfte manche Menschen durch einen Lebensabschnitt begleiten.
Natürlich mache ich mir darüber Gedanken, wie und mit wem ich selbst einmal diesen Lebensabschnitt gestalten werde. Und ich habe darüber ganz klare Vorstellungen. Sollte mich mein Leben vor Krankheiten und Schmerzen bewahren, möchte ich alt werden. Aber müssen sich, wenn ich alt bin, meine Ansprüche zwangsläufig verändern?

Meine Sprache, meine Mobilität und mein Gedächtnis können sich verändern. Aber meine Kompetenz, meine Autonomie und meine Bedürfnisse nach Teilhabe sollen mir erhalten bleiben. Ich möchte ins Theater und ins Konzert, Ausflüge unternehmen und mit anderen Menschen zusammen sein. Ich möchte mitwirken und mitbestimmen können: was ich anziehe, wann ich aufstehe, was ich esse. Die Aufzählung soll sich beliebig erweitern lassen. Dazu braucht es Menschen, Wohnformen und Stadtteile, die das ermöglichen.

Es braucht Strukturen, die mir den Schutz und die Geborgenheit bieten die ich dann brauche. Ich wünsche mir ein Umfeld, das mir Respekt entgegenbringt und mir meine Würde lässt. Sollte mir mein Gestern abhandenkommen, meine Welt sich vom Verstand weg entwickeln, dann möchte ich neue Welten entdecken.

Meine Familie soll das positiv erleben, mich unterstützen können ohne dass ich zur Last falle. Sie soll teilhaben und mitgestalten dürfen, wann immer sie es möchte.

In meinem Beruf braucht es Visionen, ich bin dankbar dafür und freue mich in Baden- Baden neue Wege in der Altenhilfe zu gehen.

„Nur, wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen…“

Mit dieser Zeile begrüßen wir die neue Wohnform Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen. Wir sehen uns im Theater, in der Fußgängerzone, im Einkaufscentrum.
Heißen Sie uns willkommen!

Bonjour la vie in der Cité

Ihre
Manuela Lang
Fachbereichsleiterin Altenhilfe

01 Mrz 2015

„Nah an Menschen von weit weg“, aber …

Vor ziemlich genau einem Jahr durfte ich an dieser Stelle schon einmal das Leitwort schreiben. Es stand unter dem Titel „Wir sind nah dran …“.

Mit meinem Leitwort ermutigte ich dazu, „… dass sich möglichst viele in der Stadt und in den Stadtteilen mit einbringen und ihren Teil dazu beitragen, damit die Flüchtlinge auch ankommen können“. Das, was sich dann im vergangenen Jahr entwickelt hat, übertraf meine Wünsche und Vorstellungen bei weitem und war sicherlich nicht auf meinen Aufruf zurückzuführen. Immer mehr Menschen, Gruppen, Gemeindemitglieder, … trugen ihren Teil zu einer vorbildlichen Willkommenskultur bei. Es bildeten sich Begrüßungsgruppen, Deutschunterricht wurde organisiert, in offenen Runden wurden bei Kaffee und Tee Kontakte geknüpft, Flüchtlinge wurden beraten und unterstützt, und vieles mehr.

Auch der Caritasverband reagierte diözesanweit auf die schnell steigende Anzahl von Flüchtlingen. Gemeinsam mit dem Ordinariat, dem Diözesancaritasverband und der lokalen Ebene wurde das Projekt „Nah an Menschen von weit weg“ ermöglicht – ein Projekt zur Begleitung von Ehrenamtlichen in der Arbeit mit Flüchtlingen. Seit Beginn des Jahres läuft dieses Projekt auch hier in Baden-Baden. Neben dem kürzlich gestarteten Patenprojekt für Asylbewerber, sollen engagierte Ehrenamtliche in den neuen Unterkünften begleitet werden. Außerdem steht der Projektmitarbeiter für Interessierte aus den örtlichen Seelsorgeeinheiten als Ansprechpartner zur Verfügung.

Doch bei all der Brisanz und Wichtigkeit des aktuellen Themas „Asyl“ sollten wir nicht vergessen, dass in unserer schönen Stadt schon zum Teil seit vielen Jahren auch zahlreiche andere Menschen in Not leben, die auch unsere Hilfe, Unterstützung und Respekt brauchen. In Baden-Baden leben seit vielen Jahren, zum Teil direkt neben der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber, zahlreiche Obdachlose. Aber es gibt auch eine Anzahl Familien und Einzelpersonen mit Migrationshintergrund, die aufgrund ihrer Biographie und sprachlichen Defizite oft am Rand des Existenzminimums leben. Oder psychisch erkrankte Menschen, die aufgrund ihrer Krankheit nicht arbeiten und ihr eigenes Leben regeln können. Oder aber alte Menschen, die wegen einer fortschreitenden Demenz nicht mehr dauerhaft zuhause betreut werden können. Sie alle stehen nach wie vor im Fokus der Arbeit des Caritasverbands Baden-Baden.

Wir sind „Nah an Menschen von weit weg“,
aber auch nah an vielen anderen, die unsere Unterstützung brauchen.

Sie auch?!

Ihr
Frank Herzberger
Fachbereichsleiter Kind, Jugend, Familie

01 Jan 2015

„Weniger, älter und bunter“

Die drei Worte „Weniger, älter, bunter“ fassen kurz und knapp zusammen, wie der demografische Wandel Deutschland verändert. In Zahlen drückt sich das dramatischer aus: Bis 2060 – also bis in 45 Jahren – kommt es bei uns zu einem Rückgang der Bevölkerung um etwa zwölf Millionen Menschen, so die Prognosen des Statistischen Bundesamts. Gleichzeitig werden die Menschen älter, was zum Beispiel den Bereich der Pflege vor gewaltige Aufgaben stellen wird.

Der Deutsche Caritasverband nimmt die Herausforderung an, die der Wandel an die Gesellschaft stellt. 2015 startet eine dreijährige thematische Initiative, die Chancen und Risiken des Wandels für die Caritas und die Menschen, die wir begleiten und betreuen, untersuchen und Konzepte erarbeiten soll.
Unsere Gesellschaft ändert sich nicht nur durch eine sich verändernde Relation der Generationen sondern auch durch Zuwanderung, neue Arbeits- und Lebensformen und vieles mehr. Dies ist auch in Baden-Baden spürbar.

Wir als örtlicher Caritasverband wollen uns auch im neuen Jahr weiterhin ins Gemeinwesen einbringen. So werden wir unser Angebot 2015 erweitern um eine halbe Stelle in der Begleitung von Ehrenamt in der Hilfe für Flüchtlinge. Dieses Angebot wird mitfinanziert durch das erzbischöfliche Ordinariat, den Diözesancaritasverband und die Gesamtkirchengemeinde.
Wir werden, mit Hilfe der Schererstiftung, ein neues Zentrum eröffnen, in dem sich unter anderem eine Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen und eine Tagespflegestätte befinden. Wir werden Träger eines neuen Betreuungsangebotes für Kinder unter drei Jahren, das an unseren vorhandenen Kindergarten angeschlossen wird. Die räumlichen Voraussetzungen dafür wird die Stadt schaffen. An diesen Beispielen wird die enge Vernetzung unseres Caritasverbandes mit anderen gesellschaftlichen und kirchlichen Einrichtungen und Personen deutlich.
Dies ist auch notwendig. Wir alle sind aufgerufen den Wandel unserer Gesellschaft nicht nur still und womöglich leidend zu beobachten, sondern mit zu gestalten.
Ihr Caritasverband hier in Baden-Baden wird dies weiter nach besten Kräften tun.

Wir danken allen, die uns dabei unterstützen und wünschen allen Menschen in Baden-Baden ein gesegnetes Jahr 2015.

Bleiben Sie uns gewogen

Ihr
Jochen Gebele
Geschäftsführender Vorstand

01 Okt 2014

Jeder braucht jemanden, der JA zu einem sagt!

Manchmal können die, die einem am nächsten stehen, am wenigsten helfen. Lange Zeit ohne Beruf zu sein ist für viele unvorstellbar, doch leider in unserer Gesellschaft zur gewohnten Realität geworden. Der Wunsch, sich durch eine Arbeit verwirklichen zu können, bleibt vielen Langzeitarbeitslosen oft verwehrt.

Die Gründe, warum man sich irgendwann in einer solchen Situation wiederfindet, sind von jeder Natur. Jedoch nicht selten rutscht man unverschuldet in die Arbeitslosigkeit. Langzeitarbeitslosigkeit wird oft begleitet von dem Gefühl der eigenen Nutzlosigkeit und Unzulänglichkeit. Frustration und Unzufriedenheit machen sich langsam, aber sicher, breit. Die Ablehnung, die man dabei zu allem Übel noch durch seine Umwelt erfährt, leistet ebenfalls ihren Beitrag in die falsche Richtung. Schwächen werden nicht selten über Stärken gestellt und bestimmen somit den vermeintlichen Wert eines Menschen in der Gesellschaft.

Es erfordert viel innere Stärke und Ausdauer, sich gegen die Vorurteile zu stellen, die eine Langzeitarbeitslosigkeit mit sich bringt. Bedauern, Mitleid oder sogar Distanz ist hierbei eher fehl am Platz. Beistand und tatkräftige Unterstützung ist das, was benötigt wird. Aufgrund diverser Projekte des Caritasverbandes Baden-Baden können Langzeitarbeitsarbeitslose wieder mehr Hoffnung schöpfen.

Auch ich bekam durch meine ehrenamtliche Tätigkeit als Bewerbungs-Coach und Patin Bilder und Eindrücke vermittelt, die so gar nicht mit den gängigen Vorurteilen zusammenpassen wollten. Motivation und die Bereitschaft etwas zu ändern begegneten mir häufiger als sich so manch einer hätte vorstellen können. Dass die Ausgangssituationen der Projektteilnehmer mitunter nicht die leichtesten waren, stand plötzlich gar nicht mehr so im Fokus. Mittelpunkt wurde der Mensch selbst. Sowohl ich, in meiner Rolle als Mentor, als auch die Teilnehmer in ihrer Position als „Wollende“. Sie wollten alle arbeiten, einen geregelten Tagesablauf haben, ein eigenes Einkommen erhalten, mit dem es sich leben lässt. Kurz: Sie wollten!

Natürlich steht die Integration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt an erster Stelle und legt somit den Grundstein in eine aussichtsreichere Arbeits-Zukunft.
Doch ohne das menschliche Zutun, helfen die besten Kurse, Projekte und Seminare nichts. Miteinander das Problem anpacken ist nicht nur die Suche nach Jobs und das Schreiben von Bewerbungen, sondern beinhaltet auch zuhören und diskutieren. Die Chance sich selbst zu finden ist auf beiden Seiten gleichermaßen gegeben. Man lernt viel über sich selbst. Dinge, die man nie richtig wahrgenommen hat, Eigenschaften, die nie groß zum Vorschein kamen, aber dennoch vorhanden sind.

Man macht sich wieder bewusst, dass jeder Mensch ein Individuum ist. In unserer schnelllebigen Zeit vergisst man das häufig. Klischees und Schachteldenken prägt unsere Wahrnehmung leider viel zu oft. Wir lehnen einen Menschen ab, weil wir nur eine bestimmte Information über ihn haben. Das große Ganze wird vernachlässigt. Wir verurteilen oft schon aufgrund Geringfügigkeiten. Wer schon mal am eigenen Leib erfahren hat, dass er nur wegen eines bestimmten Makels abgelehnt oder zurückgewiesen wurde, weiß wie ungerecht sich das anfühlt. Es wurde ungerechtfertigt und mit unzureichender Information über einen gerichtet.

Lehrt uns die Bibel nicht, dass wir nicht über andere richten sollen, auf dass wir nicht gerichtet werden?! Jeder, der schon in einer solchen Situation war hat sich bestimmt nicht selten gewünscht, ein JA von seinem Gegenüber zu hören.

Auch wer das Glück hatte, noch nie Ablehnung erfahren zu müssen, sollte immer ein großes JA in seiner Hosentasche herumtragen. Man weiß nie, wann es zum Einsatz kommt und dann ist es gut, es bei sich zu haben.

Jeder kann ein JA gebrauchen. Jeder braucht jemanden, der JA zu einem sagt!

Ihre
Edith Follmer
Ehrenamtliche im Projekt Jobperspektive
Fachbereich Offene Dienste