Not sehen und handeln.
Sticky
03 Jul 2018

Leitwort Juli 2018

Bei Vorüberlegungen zu diesem Leitwort zum Caritas-Jahresthema kam mir der Gedanke, ich sollte mal nachschauen, ob sich die Bibel zum Thema Wohnungslosigkeit äußert.
Natürlich ist die Bibel kein Handbuch zur Lösung aktueller tagespolitischer Fragen, doch gibt sie sehr wohl richtungsweisende Impulse für menschliches Handeln.
Und siehe da, ich wurde fündig: Gott selbst ist wohnungslos!

So kommt das Jesuskind in einem Stall zur Welt, kein Platz in einem sicheren und bezahlbaren Quartier (Lk 2,7). Und der erwachsene Jesus wird einmal sagen, dass der Menschensohn nichts habe, wo er sein Haupt hinlegen könne, im Unterschied zu den Füchsen mit ihren Höhlen und den Vögeln mit ihren Nestern (Mt 8,20/Lk 9,58). Auch unterwegs sucht er immer wieder Quartier bei Menschen und lässt sich – ausgerechnet – vom verhassten Steuereintreiber Zachäus einladen (Lk 19,5f).

Gott auf Wohnungssuche; Gott möchte einkehren; Gott bittet um Aufnahme und sucht, wo er willkommen ist.
Aber, so könnte man einwenden, Gott hat doch Häuser, ganz viele, vom Petersdom angefangen bis zur improvisierten Gebetshütte.
Ich denke, da liegt ein Irrtum zugrunde: Gott residiert eben nicht in Pracht und Herrlichkeit in unseren Domen und Tempeln. Er ist vielmehr dort zu finden, wo die Obdachlosen sind, die Platte machen und vor U-Bahnschächten oder unter Brücken schlafen, bei denen, die ihr Leben nur noch durch Genuss von Drogen oder Alkohol irgendwie hinzukriegen versuchen; bei den Frauen und Männern, die in Wohnheimen und Notunterkünften leben.

Das Menschenrecht auf Wohnraum wurde dadurch hinweggefegt, dass Wohnungen längst zu Renditeobjekten geworden sind, so wie langsam immer mehr Gesellschaftsbereiche ökonomisiert und Menschen nur nach dem Kriterium ihrer Nützlichkeit und nicht ihrer Würde betrachtet werden. Gerät so der Art. 1 GG, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, nicht zu einer bösartigen Satire?
Und wir, die wir uns Christen nennen und somit den Beinamen (Titel) Jesu von Nazareth auf uns beziehen?

Die Lösung finde ich zum einen bei Jesaja (58,7), wo es bezüglich der menschlichen Gerechtigkeit heißt: „Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden …“?, sowie bei Matthäus (25,35): „…Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen.“

Doch ich fürchte, dass auch heute nach 2000 Jahren in der Herberge noch immer kein Platz wäre, wenn Gott seinen Sohn in diesen Tagen wieder zu uns auf die Erde schicken würde.
Wir als Caritas-Verband, aber auch als Wähler und Staatsbürger können gar nicht genug Druck auf die Politiker unseres reichen Landes machen, sich das jahrelange Versagen bezüglich sozialen Wohnungsbaus nicht nur einzugestehen, sondern endlich aktiv zu werden. Wenn wir uns immer wieder vor Augen halten, dass eine Begegnung mit dem Herrn erst einmal dort stattfindet, wo wir etwas für die geringsten Schwestern und Brüder tun (Mt 25), dann erst macht es Sinn, auch von einer Begegnung mit Jesus in der Liturgie im Hause des Herrn zu sprechen.

Und so lässt sich ja doch mit der Bibel in der Hand konkret Politik mitgestalten.
Dann kann sich erfüllen, was Johannes (14,23) Jesus sagen lässt: „Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort halten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm Wohnung nehmen.“

Ihr
Stefan Lutz-Bachmann, Diakon
Vorsitzender des Caritasrates

11 Jun 2018

24. Juni 2018: Stadtteilfest in Baden-Baden

Internationales Flair und buntes Programm

Das Stadtteilzentrum Briegelacker feiert am SONNTAG, 24. Juni von 11.00 – 19.00 Uhr das 23. Stadtteilfest in der Briegelackerstraße. Die Mitarbeiter des Caritasverbandes präsentieren zusammen mit vielen Gruppen und Bürgern ein multikulturelles Bühnenprogramm, internationale Spezialitäten sowie zahlreiche Angebote für Kinder.
Internationale Musikgruppen, Folklore, Showtänze und Gesangsbeiträge sind zu sehen und zu hören. Ab 17 Uhr wird die Friday-Night Experience Band mit einer bunten Mischung aus Rock, Pop, Blues und Soul für gute Stimmung sorgen. Viel Spaß und Vergnügen für Kinder versprechen zahlreiche Spiel-, Bastel- und Mitmachaktionen und eine Hüpfburg.
Wer will kann sich auf eine kulinarische Weltreise begeben und eritreische, russische, türkische, französische, somalische und weitere internationale Spezialitäten probieren. Der Erlös, der mit zahlreichen tollen Preisen bestückten Tombola, kommt dem Kindergarten und der offenen Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteilzentrum zu Gute. Alle Bürgerinnen und Bürger aus Baden-Baden und Umgebung sind herzlich eingeladen.