»Nur wenn man etwas gerne tut, macht man es gut.«

Seit Monaten sind das Thema Pflege und der Fachkräftemangel endlich in der Öffentlichkeit und in der Politik angekommen. Absehbar ist das schon lange. Der demografische Wandel kommt ja nicht von heute auf morgen. Statistiken, die der Pflege eine düstere Zukunft vorhersagen, gibt es daher zur Genüge. Gute Versorgung von alten, pflegebedürftigen Menschen und gelingende Unterstützung ihrer pflegenden Angehörigen sind in der Gesellschaft des langen Lebens zu einer der größten gemeinschaftlichen Herausforderungen geworden. Das Berufsbild der Altenpflege wird zunehmend unattraktiv dargestellt. Doch es gibt auch positive Beispiele. Es ist mir eine Herzensangelegenheit aus der Perspektive einer Pflegenden Stellung zu nehmen, für die Pflege Berufung ist.

Beim Kennenlernen von Menschen wird unter anderem gern die Frage nach dem beruflichen Tun gestellt. Meine Antwort auf diese Frage: „Ich bin Altenpflegerin“. „Oh! – Ja?“ Die Augen weiten sich. „Das könnte ich nicht machen!“ oder „Ein schwerer Beruf!“. Manchmal auch nur stilles Zur-Kenntnis-Nehmen.

Die wenigsten Menschen fragen mich, was ich in diesem Beruf denn genau mache. Mein Eindruck auf diese so hilflos wirkenden Reaktionen: Ich fühle und spüre, dass es hier Erklärung bzw. Aufklärung bei der Mehrheit unserer Gesellschaft bedarf.

Altenpflege ist seit jeher eine humane Aufgabe. Auf Grund der demografischen Entwicklung unserer Bevölkerung werden aber immer mehr Menschen für diesen Beruf gebraucht. Dies kann nur gelingen, wenn dieser Beruf attraktiver gemacht wird. Unattraktive Dinge, wie wechselnde Arbeitszeiten, geteilte oder Schichtdienste etc. müssen durch entsprechende Entlohnung wettgemacht werden. In unserer Gesellschaft ist humanes, menschliches Verhalten zu wenig Anreiz, um darauf sein Leben zu begründen.

Altenpflegerin oder Altenpfleger zu sein, heißt für mich und die Personen mit diesem Beruf: Wir helfen alten Menschen, wir tun Dienst am alten Menschen. Wir Altenpfleger begleiten Menschen und tun Dienste an ihnen, die sonst kein anderer für sie tut oder tun kann.

Definition der Altenpflege:
Altenpflege ist Arbeit mit alten Menschen – sie wird ausgeführt mit den Händen, dem Herzen und dem Verstand.
Altenpflege ist ein Beziehungsprozess – die Fähigkeit, sich in Lebenssituationen, Erlebnis- und Bedürfnislage der alten Menschen hineinzuversetzen, ist eine wesentliche Voraussetzung für gute Pflege.
Altenpflege ist eine hochqualifizierte Leistung – bedeutet professionelle, ganzheitliche pflegerische Betreuung, Beratung und Begleitung von alten Menschen

Eine immer wiederkehrende schöne Erfahrung ist es, unmittelbar zu erleben, was ein hochbetagter Mensch alles selbstständig kann. Diese Menschen auf ihrem Lebensweg ein Stück zu begleiten, ist ein Geschenk. Ein Wachsen und Stärken der eigenen Persönlichkeit, soviel „gelebtes Leben“ zu erleben. Zu erfahren wie viel Interessen, Neugierde, Gefühle und Möglichkeiten in diesen alten Menschen stecken.

Es gibt sie: Attraktive Arbeitsplätze

Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich in einem Team, in dem die Arbeitsatmosphäre geprägt ist von gegenseitigem Respekt, Anerkennung, der fachlichen Qualifikation und der Persönlichkeit der Mitarbeitenden. Wir sehen uns als Team und arbeiten kooperativ zusammen. Für uns bedeutet Team, ein aufgeschlossenes, tolerantes und ehrliches Miteinander! (Auszug aus unserem Leitbild)
Als Fachbereichsleitung der Tagespflegestätten in Baden-Baden und Steinbach bin ich überzeugt, dass es gelingen kann gute Arbeitsbedingungen zu schaffen. Dazu gehören gute Rahmenbedingungen. Mir ist natürlich bewusst, dass wir aufgrund der geregelten Arbeitszeiten vergleichsweise gut dran sind. Persönliche Entwicklungsmöglichkeiten, Arbeit in einem guten Team fördern ein erfolgsorientiertes und innovatives Arbeitsklima.

Arbeitszeit ist Lebenszeit: wie traurig muss es sein, wenn man dabei unglücklich ist!

Allen, die sich für diesen schönen Beruf entscheiden, wünsche ich von Herzen alles Gute!

Ihre
Manuela Lang
Fachbereichsleitung Altenhilfe