Wir haben genug zu essen,
wir werden täglich satt,
hilf dass wir den nicht vergessen,
der nichts zu essen hat.

Ein Gebet, das auf unserem Gebetswürfel steht und welches wir gerne beten.
Doch, was steht da?
Wir haben uns aufgemacht dies gemeinsam mit den Kindern der Bärengruppe herauszufinden.

40 Tage fasten wir, so fing es an!
Von Aschermittwoch bis Ostern. Auf etwas zu verzichten was man gerne isst, ist uns schon an manchen Tagen schwer gefallen. Die Lieblingssüßigkeiten, das Schokocroissant oder gar die Brezel.
Jetzt muss man sich mal vorstellen, dass es nicht nur in Deutschland Menschen gibt, die kaum Essen haben oder zu wenig Geld haben, um sich Essen zu kaufen.
Sie müssen verzichten, tagein – tagaus!

Nachdem wir 40 Tage gefastet haben, haben wir Kinder Ostern gefeiert und unser mitgebrachtes Kindergarten-Vesper miteinander geteilt.
Das kam sehr gut an, denn nicht nur die Sozialkompetenz „Teilen“, auch das Probieren anderer Lebensmittel von zum Beispiel der besten Freundin oder dem besten Freund war Programm.
Da haben sogar Dinge geschmeckt, die sonst nie angerührt wurden.
Bei vielen Kindern war es sogar so, dass sie am nächsten Tag das gleiche Essen von ihren Eltern für das Kindergarten-Frühstück orderten.
Immer wieder kamen wir auf die Frage: Wie kann man diesen Menschen helfen, die jeden Tag überlegen müssen, wie sie an Essen kommen?
Unsere Kinder hatten tolle Ideen, die vielleicht nicht alle so umsetzbar waren, aber am Ende wussten wir, wir müssen den Tafelladen des Caritasverbandes hier in Lichtental besuchen, um das herauszufinden.
Eine Besichtigung des Ladens, um die Leute kennen zu lernen, die dort ehrenamtlich arbeiten, die vielen Lebensmittel, die dort ankommen und eigentlich auf den Müll geworfen worden wären, das war unser Ziel.
Ein Anruf genügte und sofort war man bereit, uns den Laden und seine Geschichte zu erzählen. Frau Doll nahm sich einen Vormittag Zeit für uns. Sie führte uns durch den Laden mit seinen einzelnen „Abteilungen“ und Mitarbeitern, sie erklärte und zeigte uns einiges. Im Vorfeld hatten wir im Kindergarten leckere Kekse gebacken, die wir den ehrenamtlichen Helfern des Tafelladens als Anerkennung für ihre Arbeit schenken wollten.
Beim Rundgang durfte jedes Kind eine Tüte verteilen und somit Dankbarkeit „weitertragen“. Zum Abschied bekam jedes von den Kindern eine kleine Schoko-Überraschung geschenkt.

Bei der Nachbereitung im Kindergarten wurde uns bewusst, dass man das Essen würdigen soll, froh sein soll jeden Tag genug Essen zu haben, Teilen ein wichtiger Faktor ist, Dankbarkeit und Respekt gegenüber der Natur haben sollte und der Gedanke der Nächstenliebe gerade in der heutigen Zeit immer wichtiger wird.

… hilf uns auch weiterhin, den nicht zu vergessen, der nichts zu essen hat!

Heike Villhauer
Erzieherin im Katholischen Kindergarten ARCHE NOAH